Cuyo Island – Meine Reise in ein kleines Paradies

Nach einer schlaflosen Nacht im Z Hostel in Manila bin ich bereits 2 Uhr am Flughafen, nachts geht die Fahrt zum Glück bedeutend schneller und vor dem Check-In Schalter stehen bereits lange Schlangen. Air Asia nimmt aber alles ganz gelassen und öffnet den Schalter erst gegen halb 3. Ich bin recht schnell an der Reihe und ziemlich nervös, weil ich weiß, dass mein Kitegepäck mit 30 Kg an der Grenze von dem liegt, was ich vorab gebucht habe und mein Handgepäck mit 10 Kg deutlich über den erlaubten 7 Kg liegt. Die Waage zeigt beim Kitegepäck 31 Kg an und ich muss 360 Peso nachzahlen (etwa 6 EUR). Ich ärgere mich, bin aber froh, dass mein Handgepäck zum Glück gar nicht gewogen wird. Also noch ganz gut davon gekommen. Der Inlandsflug mit Air Asia dauert nicht mal 1 Stunde und ist super pünktlich, wir setzen kurz vor 5 Uhr noch im Dunkeln in Iloilo auf der Landebahn auf. Ich bin hundemüde und frage den Taxifahrer, ob er in der Nähe vom Hafen eine Pension kennt, wo ich für ein paar Stunden ein Zimmer bekomme, denn meine Fähre nach Cuyo Island geht erst um 16 Uhr am Nachmittag. Er kennt eine kleine Pension und für 1.000 Peso (knapp 17 EUR) entscheide ich mich für ein Zimmer, was ich bis 12 Uhr nutzen kann und komme zumindest für ein paar Stunden ein bisschen zur Ruhe. Iloilo gefällt mir schon viel besser als Manila, es ist immer noch laut und hektisch, aber im Gegensatz zur Metropole Manila ist es ein riesiger Unterschied. Gegen Mittag mache ich mich mit dem Taxi auf den Weg zur Ablegestelle der Milagrosa Fähre und bin froh, dass ich vor Ort bestätigt bekomme, dass die Fähre um 16 Uhr nach Cuyo aufbricht, denn der Zeitplan gerät hier aufgrund von Wind und Wetter wohl ziemlich häufig durcheinander. Etwas später erfahre ich sogar, dass aufgrund eines Taifuns in den vergangenen Tagen viele Fähren komplett ausgefallen sind. Gegen 15 Uhr öffnet der Ticketschalter und ich entscheide mich für die zweitbeste von 4 verfügbaren Kategorien und kaufe ein Ticket für die „Tourist“ Klasse. Der Preis für die 12-stündige Fahrt nach Cuyo beträgt 750 Peso (ungefähr 13 EUR). Ein Flug mit Air Juan wäre deutlich schneller gegangen, kostet aber mindestens das Zehnfache und da ich genügend Zeit habe, spare ich mir das Geld und bin außerdem gespannt auf die Fähre.

Beim Warten entdecke ich endlich auch andere Kitesurfer, unschwer am Gepäck zu erkennen. Nachdem ich und mein großes Gepäck in Manila und auch am Flughafen in Iloilo ständig seltsam beäugt worden bin, merke ich, dass hier am Hafen der Anblick für die Einheimischen offensichtlich normal ist. An Bord der Milagrosa Fähre sind fast nur Einheimische plus eine Hand voll Kitesurfer.

Als es endlich auf die Fähre geht, bin ich zunächst etwas geschockt. Ich hatte zwar versucht, mich geistig darauf vorzubereiten, aber die Realität hat mich dann doch härter erwischt als erwartet. Der Zustand der Fähre ist irgendwie besorgniserregend (finde ich) und der Geruch beim Einsteigen lässt mich die Nase rümpfen. Im Schiffsrumpf ist schon alles voll gestapelt mit Kisten, Paletten, Nahrungsmitteln und und und. Eine Deck weiter oben stehe ich in der günstigsten Passagierklasse „Economy“, auf dem Deck sind bestimmt 50 Doppelstockbetten aneinander gereiht und es wuselt überall vor Einheimischen, die sich auf den Liegen ausbreiten und ihr ganzes Hab und Gut um sich herum verstauen. Noch eine Treppe weiter oben ist die etwas bessere Kategorie „Deluxe“, genauso wie unten sind zahlreiche Doppelstockbetten aufgestellt, alles geht ziemlich eng zu. Der Unterschied zur „Economy“ Klasse ist eigentlich nur, dass es Frischluftzufuhr gibt, weil dieses Deck zu allen Seiten offen ist und eine angenehme Brise durchs Schiff weht. Ich werde durch eine Tür in einen kleineren Raum geführt, wo deutlich weniger Betten aufgestellt sind und eine Klimaanlage den Raum auf Kühlschrank-Niveau herunter kühlt. Ich bekomme ausgerechnet das Bett direkt neben der Klimaanlage zugewiesen, das passt mir ja gar nicht. Und die Fenster hier sind verhangen, sodass ich nicht nach draußen schauen kann. Ich lasse mein Gepäck liegen, schnappe mir nur meine Wertsachen und gehe zurück an Deck und schaue ein bisschen über die Reeling. Meine Erwartung, dass das Schiff pünktlich um 16 Uhr ablegt, löst sich ziemlich schnell in Luft auf. Es herrscht Ebbe und der Wasserstand ist zu niedrig. Gegen 19 Uhr geht es erst los, aber ich glaube für philippinische Verhältnisse ist das noch ganz gut. Zwischenzeitlich habe ich meine Sachen aus der „Tourist“ Klasse geholt und mir ein freies Bett an Deck in der „Deluxe“ Klasse gesucht. Hier weht mir wenigstens der Wind um die Nase und ich kann hinaus aufs Meer schauen, die Wärme macht mir nichts aus.

Ich komme schnell mit Angel ins Gespräch, sie spricht mich an, weil ihr meine blauen Salomon Schuhe so gut gefallen 🙂 Angel stammt aus Cuyo, lebt aber in Manila und besucht für ein paar Tage ihre Familie. Ich freue mich über ihre Bekanntschaft, ich erfahre viel über die Einheimischen, über Cuyo Island und kann mir ein erstes Bild von dem machen, was mich erwarten wird.

Die Fahrt nach Cuyo vergeht zum Glück recht schnell. Der Seegang ist nicht allzu schlimm und ich kann für einige Stunden ganz gut schlafen. Als ich gegen 6 Uhr am Morgen aufwache, wird es bereits hell und Cuyo ist schon in Sicht. Cuyo Island liegt inmitten der Sulusee (westliches Nebenmeer des Pazifischen Ozeans), ungefähr gleichweit entfernt von Iloilo, Boracay und Puerto Princesa. Die philippinische Stadtgemeinde Cuyo in der Provinz Palawan hat rund 22.000 Einwohner. In den letzten Jahren hat sich Cuyo aufgrund der Windsicherheit den Ruf als einer der besten Kitespots in den Philippinen gemacht. Die touristische Infrastruktur ist aber immer noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung und man kommt hier noch in den Genuss der Ursprünglichkeit dieser wunderschönen Insel.

Als wir gegen 7 Uhr am Pier anlegen und ich mit meinem Kitegepäck von Bord gehen kann bin ich erschöpft, aber unheimlich glücklich, die lange Anreise gut überstanden zu haben.

Mit einem Tricycle, dem Nr. 1 Fortbewegungsmittel auf Cuyo, lasse ich mich zu meinem bereits gebuchten Airbnb Zimmer bringen und werde dort herzlich empfangen. Eine einheimische Familie hat auf ihrem Grundstück einen Bungalow mit 3 Einheiten gebaut, jeweils mit eigener Küche und Bad. Ich habe das Zimmer bereits im Oktober online gebucht, fast alle anderen Unterkünfte auf Cuyo (ein paar kleine Hotels und Pensionen) kann man nicht online reservieren. Wie sich im Laufe meiner Zeit auf Cuyo herausstellen wird, ist das eine der besten Unterkünfte und sehr beliebt, sodass ich froh bin, dass ich mich rechtzeitig um die Buchung gekümmert habe. Das Zimmer ist groß, alles ist geräumig und sauber und im Garten gibt es eine Sitzgruppe unter einem riesigen Mangobaum und Hängematten zum Relaxen im Schatten. Ich verräume in Ruhe meine ganzen Sachen und mache mich auf den Weg, um Cuyo Town und natürlich den Kitespot am Capusan Beach zu erkunden.

1 Kommentar zu „Cuyo Island – Meine Reise in ein kleines Paradies

  1. Liebe Romy, super schön von Dir zu lesen!! Ich hoffe du kannst dich von dem ganzen Trubel der letzten Tage gut erholen und der Spot begeistert dich!! 🙂 enjoy! 🏄🏽‍♀️Vlg 🤗 Sissi

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