Meine ersten Tage auf Cuyo Island

Auf Cuyo gibt es eine Kiteschule, Cuyo Watersports Association. Ich hatte bereits vor meiner Reise einige Male per E-Mail Kontakt mit Daisy, die sich vor Ort um alles kümmert und schaue kurz vorbei um hallo zu sagen. Sie erklärt mir einiges über den Kitespot und die Gegebenheiten vor Ort und ich bin dankbar für die ersten Informationen. Der Kitespot ist riesig. Capusan Beach hat eine sichelförmige Sandbank und man kann auf beiden Seiten kiten, rechts der Sandbank mit auflandigem Wind und links der Sandbank mit ablandigem Wind (beides Flachwasser). Leider ist nicht ausreichend Wind für eine erste Kite Session, aber ich freue mich schon auf die folgenden Tage.

Direkt am Strand befindet sich der Markt, wo die Locals Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und zahlreiche andere Lebensmittel verkaufen. Gegenüber liegt Nikki’s Pension. Eine bei den Kitesurfern bekannte und beliebte Pension und auch der Nr. 1 Treffpunkt am Abend. Zum Sonnenuntergang treffen sich die meisten Kiter hier, um bei ein paar Drinks gemütlich den Abend ausklingen zu lassen. Nach meiner ersten Ortserkundung geselle ich mich am Abend dazu und stelle fest, dass sogar einige Deutsche vor Ort sind, ansonsten sind die Nationalitäten bunt gemischt. Nach Cuyo zieht es Kitesurfer aus aller Welt. Ich werde natürlich sofort gefragt, wie lange ich auf Cuyo bleiben werde und mein 3-wöchiger Aufenthalt ist im Vergleich zu den anderen tatsächlich eher kurz. Manche sind bereits seit Dezember oder Januar hier und bleiben bis zum Ende der Saison im März.

In der ersten Nacht auf Cuyo schlafe ich nicht besonders gut. Im Zimmer ist es unglaublich warm, es kühlt nachts fast gar nicht ab. Ein großer Ventilator verschafft Abhilfe, aber an das Geräusch muss ich mich beim Einschlafen erst noch gewöhnen. Auch draußen ist es nachts nie richtig still, Hähne krähen, Hunde bellen, Moped jagen auf der Straße vorbei.

Am nächsten Tag ist die Windvorhersage leider eher mäßig, es scheint als müsse ich auf die erste Kite Session noch einen Tag warten. Nach dem Frühstück laufe ich zum Strand und stelle fest, dass trotzdem einige Kitesurfer am Spot sind und sich mit großen Kites auf dem Wasser versuchen. Dennoch entscheide ich mich gegen einen eigenen Versuch und mache mich stattdessen gemeinsam mit Angel auf dem Weg zum Island Hopping. Mit einem Fischerboot schippern wir zu drei Inseln und können vor Ort im herrlich glasklaren Wasser ein bisschen schnorcheln und die herrlichen Ausblicke genießen. Die Fischer zeigen uns sogar, wo sie auf offener See mittels langer Bambusstangen Fischernetze tief unten befestigt haben und tauchen dort mit Taucherbrille und Sauerstoffzufuhr bis zu 15 Meter tief um die Netze zu kontrollieren. Einer der Fischer fängt dabei sogar zwei Tintenfische, die wir später sogar behalten dürfen. Ein großartiges Erlebnis! Glücklicherweise ist der Seegang relativ entspannt, sodass wir mit dem kleinen Boot gut voran kommen und am späten Nachmittag wieder zurück in Cuyo sind. Der Tag geht mit einem Abendessen bei Angel’s Familie zu Ende. Sie lädt mich zu sich nach Hause ein und ihre Familie bereitet für uns den frisch gefangenen Tintenfisch zu. Die Gastfreundschaft der Philippinen ist unglaublich groß. Es sind herzliche und freundliche Menschen und sie geben mir hier auf Cuyo das Gefühl, dass sie sich über die Gäste aus aller Welt freuen und uns an ihrem Leben teilhaben lassen wollen.

Am dritten Tag auf Cuyo ist es endlich soweit und ich starte mit meinem 12er F-One Bandit zur ersten Kite Session. Die Start- und Landezone ist groß, es gibt ausreichend Platz um in Ruhe das Material aufzubauen und am Spot ist ein buntes Treiben und nach und nach zieht es alle aufs Wasser. Ich genieße meine erste Session, das Wasser ist glasklar und warm, müsste ich nicht zum Schutz vor der Sonne eine lange Surfleggins und ein langes Lycra tragen, wären hier definitiv die perfekten Bedingungen für Kitesurfen im Bikini. Nach dem ersten Tag merke ich, wie aggressiv die Sonne hier ist, ich habe Sonnenbrand an Händen und Füßen und im Gesicht. Am Strand tragen viele Kiter sogar „Sturmhauben“ um das Gesicht und den Kopf vor der Sonne zu schützen, das habe ich sonst noch an keinem Spot gesehen. In den folgenden Tagen versuche ich mich so gut es geht vor der Sonne zu schützen, creme mich immer zu mit Sonnencreme mit Schutzfaktor 50+ ein und verwende im Gesicht extra eine Zinkpaste, die sich im Wasser nicht abwäscht.

Am Abend bin ich wieder bei Angel eingeladen. Sie hatte im Februar Geburtstag und ihre Familie gibt eine große Geburtstagsparty für sie. Als ich ankomme bin ich ganz schön sprachlos, das Haus und der Hof sind voll mit Besuchern, es sind unheimlich viele Kinder da. Die Familie hat unglaublich viel Essen zu bereitet, jeder wuselt mit einem Teller durch die Gegend, ein lautes Geschnatter und viel Gelächter erfüllt die Luft, die Stimmung ist ausgelassen und ich werde von allen neugierig beäugt und herzlich begrüßt. Nach dem Essen wird lautstark eine Karaoke Maschine angeworfen und die Kids legen voller Inbrunst los. Karaoke ist hier auf Cuyo und generell bei den Philippinen unheimlich beliebt. Ich bin überrascht mit welchem Selbstvertrauen sie zum Mikrofon greifen und aus voller Kehle los schmettern, egal ob sie gut oder weniger gut singen können.

Die ersten Tage auf Cuyo vergehen wie im Flug und ich spüre bereits jetzt, dass es mir schwer fallen wird, diese Insel nach drei Wochen wieder verlassen zu müssen.

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