No wind, no plan? No way!

Nach 2 Wochen auf Cuyo sind einige windfreie Tage vorhergesagt. Ich entscheide mich, ein Moped auszuleihen, um ein wenig die Insel zu erkunden. Ich verbringe einen kompletten Tag am Anino Beach im Nordosten von Cuyo. Mit dem Moped fahre ich eine knappe halbe Stunde über die Insel und kann mir dabei ein bisschen das Hinterland und die Häuser der Locals ansehen. Das letzte Stück zum Anino Beach führt über eine recht holprige Piste durch den Wald. Am Ziel angekommen lande ich am Anino Resort und werde dort sofort freundlich begrüßt. Auch wenn man im Resort kein Zimmer gebucht hat, ist man am Strand willkommen. Ich bin sofort beeindruckt von diesem schönen Ort. Das Resort ist klein mit wenigen Bungalows inmitten von großen Palmen direkt am Strand, eine tolle Atmosphäre. Ich steige einige Stufen hinunter zum Strand und suche mir eine der Hängematten aus, die im Schatten zum Verweilen einladen. Den Tag am Anino Beach verbringe ich mit Relaxen, Lesen, Baden und einem fantastischen Mittagessen (auf der Insel nicht so leicht zu finden). Am Strand gibt es eine Kiteschule, das Resort wirbt entsprechend damit, aber der Wind ist hier nicht so gut wie am Capusan Beach und das Wasser ist wellig. Da sowieso nicht genug Wind zum Kiten ist, genieße ich einen völlig entspannten Tag und bin den ganzen Tag die Einzige am Strand.

Am nächsten Tag mache ich mich erneut mit dem Moped auf den Weg und erkunde ein bisschen die Insel. Es gibt einen langen Pier, von dem niemand so richtig weiß, wann und wie er gebaut worden ist. An windstillen Tagen kann man von hier gut zur gegenüberliegenden Insel Bisucay schwimmen. Obwohl ich sehr gern und gut schwimme, fehlt mir allein ein bisschen der Mut und ich begnüge mich mit einem langen ausgedehnten Spaziergang über den gesamten Pier.

Meine Tour führt mich weiter zum Cocoverde Beach im Osten von Cuyo, wo es auch ein kleines Resort gibt, was aber nicht mehr aktiv betrieben wird, die Zimmer können aber über Airbnb gebucht werden. Ich genieße die Ruhe am Strand und nutze den späten Vormittag zum Sonnenbaden und Relaxen bevor ich mich auf die holprige Weiterfahrt zum Botanical Garden in der Mitte der Insel mache. Am Straßenrand halte ich immer wieder Ausschau nach Cashewbäumen und plötzlich leuchten mir auch einige der reifen roten Früchte entgegen. Hier auf Cuyo wird mir erst bewusst, welche Arbeit dahinter steckt, die Cashewnuss zu ernten, dafür werden sie eigentlich viel zu günstig verkauft. Nach einiger Zeit und mit Hilfe der App „Mapsme“ (funktioniert auch offline) finde ich den versteckten botanischen Garten, ein kleiner idyllischer Ort inmitten der Insel, wo man diverse Bäume und Pflanzen bestaunen und im Schatten ein bisschen flanieren und Schmetterlinge beobachten kann. Am späten Nachmittag setze ich meine Erkundungstour fort und halte auf dem Rückweg am Fuße des Mt. Aguada. Religiöse Statuen weisen den ca. 20 minütigen Aufstieg zum Gipfel, der sich trotz der Hitze absolut lohnt. Der Ausblick über ganz Cuyo ist unfassbar schön. Ich beobachte, wie die Fähre Richtung Puerto Princesa den Hafen verlässt und warte auf einen der einzigartigen Sonnenuntergänge hier auf Cuyo. Mit dieser Kulisse, den kleinen Inseln am Horizont und dem Farbenspiel am Himmel ist das einer meiner schönsten Momente auf Cuyo.

Ich lerne auf Cuyo das deutsche Pärchen Julia und Janning kennen und schließe mich den beiden für eine abenteuerliche Tour auf die Insel Alcoba an. Die beiden haben sich mit Jay angefreundet, der auf Cuyo lebt und angeboten hat, uns mit einem kleinen Fischerboot, einer traditionellen Banka, mit nach Alcoba zu nehmen. Wir nehmen unsere Hängematten zum Übernachten mit und packen sicherheitshalber auch die Kites ein, weil Jay uns verrät, dass man auf Alcoba auch kiten kann. Mit dem kleinen Fischerboot fahren wir unter lautem Dröhnen des Motors zwei Stunden bis nach Alcoba und werden von vielen neugierigen Beobachtern empfangen. In einem winzigen Ort auf Alcoba leben ca. 200 Filipinos und die kleinen Kinder, die noch nicht zur Schule nach Cuyo fahren, haben noch nie einen Europäer gesehen. Elektrizität gibt es hier nicht und Frischwasser muss mühsam von einem entfernten Brunnen geholt werden. Jay zeigt uns das Haus seiner Familie, wo wir übernachten dürfen, wir werden herzlich begrüßt und unsere großen Kitetaschen und die Kiteboards werden ein bisschen misstrauisch beäugt. Da am Nachmittag kein Wind ist, zeigt uns Jay einen kleinen Strand, wo wir relaxen und schnorcheln können. Über Felsen und teilweise schwimmend müssen wir uns einen rutschigen Weg zum Strand suchen, doch es lohnt sich. Es ist ein idyllischer Ort, an den es höchstwahrscheinlich selten Menschen hin verschlägt und wir sind beeindruckt von der Schönheit der Insel. Am Abend dürfen wir die „Küche“ benutzen und kochen uns am offenen Feuer Spaghetti mit Tomatensoße, die wir aus Cuyo mitgebracht haben. Eine Dusche gibt es nicht, in einer kleinen Kammer mit Toilettenschüssel können wir uns mit Frischwasser aus großen Tonnen ein wenig abspülen, das muss reichen. Ein bisschen habe ich mich vor der Nacht in der Hängematte gefürchtet, doch erstaunlicher Weise schlafe ich recht gut und wache am nächsten Morgen vom Wind auf, der durch die offenen Fenster weht. Wir kochen uns zum Frühstück am offenen Feuer ein Porridge und laufen dann mit unserem Kite Equipment zum Strand. Unter der wachsamen Beobachtung von vielen neugierigen Zuschauern, die noch nie Kitesurfer gesehen haben, pumpen wir unsere Kites auf und wagen uns aufs Wasser für eine Kite Session vor Alcoba Island. Ich muss mich erst ein bisschen an die hohen Wellen gewöhnen und dann macht es richtig viel Spaß und wir freuen uns, dass der Wind mitspielt.

Der Wind nimmt über Mittags stark zu, sodass unsere Kites irgendwann zu groß sind und wir machen uns nach einem Mittagessen auf dem Weg zum Boot. Die Rückfahrt nach Cuyo ist ziemlich abenteuerlich, weil wir auf der kleinen Banka zu acht sind und das Boot von den hohen Wellen ganz schön hin und her geschaukelt wird. Wir kommen nur langsam voran und brauchen 3 Stunden bis nach Cuyo. Wir müssen uns die ganze Zeit gut festhalten, um nicht von Bord zu gehen und immer wieder spülen Wellen übers Boot und wir sind tropfnass. Als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen haben, gestehen wir uns alle 3 ein, dass wir ein bisschen um uns und unser ganzen Kitematerial gebangt haben, aber zum Glück ist alles gut gegangen und wir sind glücklich über dieses tolle Abenteuer und dankbar für die Gastfreundschaft der Filipinos.

 

5 Kommentare zu „No wind, no plan? No way!

  1. Wunderschöne Bilder Romy und tolle Story! 🙂

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  2. Rosi Häßelbarth 13. März 2018 — 15:16

    Erst so wenige Wochen und schon soviel unbeschreiblich Schönes erlebt 😍

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    1. Da hast du recht! Ich freue mich so sehr auf alles, was noch kommt.

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  3. Martina Bochmann 13. März 2018 — 17:06

    also da möcht ich ja nicht sein!!!!!!!!!!! ich bin froh, hier in Furth zu sitzen!
    Scherz natürlich!
    ganz toll sieht das aus!! Viiiiiel Spaß!!

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