Western Australia Roadtrip – 3. Woche

Unsere dritte Woche startet ausnahmsweise sogar mal mit einem Hotelfrühstück im Carnarvon Motel. Nachdem wir das Buffet ordentlich geplündert haben, machen wir uns auf eine lange Weiterfahrt bis nach Kalbarri (Carnarvon – Kalbarri, 450 km). Auf der Strecke zweigen wir für eine Pause nochmal zur Shark Bay ab und erkunden Nanga Bay, die uns ebenfalls zum Kitesurfen empfohlen worden ist. Die Bucht ist riesig und wunderschön, aber der anliegende Campingplatz mit Bungalows ist leider in einem schlechten Zustand und gefällt uns gar nicht, sodass wir letztendlich nur eine Bade-Pause am nahegelegenen Shell Beach machen, der uns bereits auf dem Hinweg verzaubert hat. In Kalbarri kommen wir erst nach Einbruch der Dunkelheit an und checken im Kalbarri Backpackers Hostel ein, weil aufgrund des Osterwochenendes leider nichts anderes frei ist. Das Hostel ist abgewohnt und das Zimmer und die Gemeinschaftsräume nicht richtig sauber, wir fühlen uns überhaupt nicht wohl und haben wegen der Feiertage sogar mehr bezahlt, als in allen anderen Unterkünften zuvor. Nach einer unruhigen Nacht ziehen wir um ins Kalbarri Palm Resort und sind super happy mit der neuen Bleibe. Wir nutzen den Tag, um in Kalbarri einige sehenswerte Punkte entlang der fantastischen Steilküste abzufahren. Am Vormittag schauen wir zunächst bei der täglich stattfindenden Pelikan Fütterung vorbei und besuchen am Nachmittag nochmal Pot Alley, einen unserer Lieblingsplätze an der Westküste. Etwas weiter südlich wollen wir eine Badebucht am Eagle Gorge erkunden und entdecken von der Aussichtsplattform eine große Gruppe von Delphinen. Die Tiere verschwinden nach ein paar Minuten wieder und wir entdecken sie etwas später wieder an einer anderen Stelle und beobachten das Schauspiel lange von unserem perfekten Aussichtspunkt. Ein Pfad führt uns letztendlich hinunter in eine einsame Bucht und wir sind zum Baden mal wieder ganz alleine am Strand.

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fantastische Bucht am Eagle Gorge / Kalbarri

Am nächsten Tag machen wir uns auf die Weiterfahrt bis nach Geraldton (Kalbarri – Geraldton, 150 km) und machen Fotostops am „Island Rock“ und „Natural Bridge“, zwei beeindruckenden Felsformationen an der Steilküste im Kalbarri Nationalpark. Wir passieren nochmal den wunderschönen Pink Lake bei Port Gregory und schauen uns den Strand im kleinen Fischerort Horrocks an. Auch am Coronation Beach halten wir nochmal, weil sich hier ein toller und vorallem für Anfänger geeigneter Kitespot befindet, aber leider ist der Wind viel zu schwach. In Geraldton checken wir für eine Nacht im Geraldton Backpackers Hostel ein. Wir sind sehr positiv von der Unterkunft überrascht, es ist ein großes Haus mit hohen Räumen und Stuckdecken, wir fühlen uns ein bisschen wie in einer Berliner Altbauwohnung. Es gibt tolle Gemeinschaftsräume und eine große Küche, alles ist geschmackvoll eingerichtet und sauber, da kann sich so manches Hostel eine dicke Scheibe abschneiden. Es ist außerdem unsere erste Unterkunft direkt am Meer, wir gehen nur über die Straße und sind direkt am schönen Town Beach, an dem wir unseren Tag in Geraldton ausklingen lassen.

Wir haben noch 3 Tage Zeit, bis wir zurück in Perth sein müssen und überlegen hin und her, wie wir die letzten Tage am besten verbringen könnten. Weil es in Geraldton eine nette Einkaufsstraße mit vielen Surfshops gibt, gönnen wir beiden Mädels uns tatsächlich einen „Shoppingvormittag“ und bummeln nach Herzens Lust durch die Läden. Wenn unsere Rucksäcke nicht sowieso schon randvoll wären, wären wir an dem ein oder anderen Teil mit Sicherheit nicht vorbei gekommen, aber so begnügen wir uns letztendlich mit dem Stöbern und Anprobieren. Da ich tatsächlich schon die zweite Basecap (hatte ich in Cuyo neu gekauft) verloren habe, kaufe ich zumindest eine neue Kopfbedeckung und bin super happy mit meinem Shoppingerfolg. Später setzen wir unsere Fahrt in Richtung Perth fort und entscheiden uns einstimmig dafür, die letzten Tage im Breeze Inn in Dongara zu verbringen, weil wir uns in dieser Unterkunft am allerwohlsten gefühlt haben und uns der kleine Ort Dongara unheimlich gut gefällt. Als wir am Nachmittag im Breeze Inn einchecken (Geraldton – Dongara, 65 km), fühlen wir uns wie Zuhause und sind glücklich mit unserer Entscheidung, die letzten Tage hier zu verbringen. Wir machen uns auf den Weg zum wunderschönen und endlos langen South Beach und entdecken doch tatsächlich einen Kitesurfer. Als er nach seiner Session zum Strand kommt, kommen wir ein bisschen ins Gespräch und erkundigen uns über den Spot. Er kitet hier schon seit 18 Jahren und erzählt uns davon, dass beim jährlich stattfindenden Kitestock Festival der ganze Strand von Kitern bevölkert wird. Bei dem Anblick vom langen und vorallem menschenleeren South Beach können wir uns das kaum vorstellen. Ich packe meine Kiteausrüstung aus und düse am South Beach ein bisschen durch die Brandung bis der Wind für meinen 12er zu stark wird. Später erkundigen wir uns beim Visitor Center, wo man eventuell Kiteausrüstung ausleihen kann und bekommen die Telefonnummer von Mick, der am South Beach das Starfish Cafe führt und zukünftig dort auch eine Kiteschule eröffnen möchte. Wir erreichen ihn erst am nächsten Morgen und leider kann er uns kein Material vermieten, weil er für die Eröffnung seines Geschäfts noch nicht alle Genehmigungen und Versicherungen beisammen hat. Das scheint in Australien tatsächlich ziemlich kompliziert und langwierig zu sein, was uns erklärt, weshalb man an der Westküste trotz unglaublicher Traumspots so wenig Kiteschulen findet. Mick ist kein Australier, sondern kommt aus Manchester und hat sich hier in Dongara mit seiner Familie niedergelassen. Dennoch legt er die typisch australische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft an den Tag und gibt uns letztendlich ein Trapez, sodass wir mit meinem eigenen Kitematerial üben können. Er empfiehlt uns, an den 10 km entfernten 7 Miles Beach zu fahren, weil dort ein Flachwasser Spot mit weniger Wellen als am South Beach ist. Wir bauen das Kitematerial auf und Martin geht auch für ein paar Wasserstarts mit meinem 12er aufs Wasser, aber leider ist der Wind nicht stark genug und unsere Kitestunde endet in einem wahnsinnigen Leinenwirrwarr mit kiloweise Seegras. Zu dritt bekommen wir zum Glück alles schnell entwirrt und packen die Kitesachen etwas wehmütig wieder zusammen.

Später am Abend holen wir uns einen großen Becher Schokoeis und fahren im Dunkeln nochmal zum South Beach. Zu dritt kauern wir uns nebeneinander auf meine Isomatte, machen uns mit 3 Löffeln über das Schokoeis her und genießen den atemberaubenden Anblick der Milchstraße. Für mich einer der schönsten Abende unseres Trips.

Unseren letzten Tag in Dongara verbringen wir wieder am South Beach und relaxen stundenlang in der warmen Sonne und im herrlich erfrischenden Wasser. Der Wind tut uns leider keinen Gefallen, sodass die Kitesachen im Auto bleiben. Dafür baue ich eine große Sandburg, was ich an einem dieser fantastischen Strände schon längst machen wollte. Am Nachmittag ist Waschen und Packen angesagt und wir können gar nicht glauben, dass drei Wochen schon vorbei sein sollen. Am Abschlussabend grillen wir uns tolle Burger und machen leckere Süßkartoffel Pommes dazu, im gemütlichen Garten vom Breeze Inn stoßen wir auf einen absolut gelungenen Roadtrip an.

Auf unserem letzten Abschnitt nach Perth (Dongara – Perth, 350 km) machen wir nochmal einen Stop an der wunderschönen Jurien Bay und halten kurz vor Perth total spontan im Yanchep Nationalpark, weil man dort Koalas beobachten kann. Tatsächlich bekommen wir auch einige Tiere zu Gesicht und als wir uns wieder auf den Weg zum Auto machen, sind überall auf den Wiesen viele Kängurus, die genüsslich fressen und sich aus nächster Nähe begutachten lassen. Nach diesem schönen Abschlusserlebnis auf unserer Tour absolvieren wir die letzten Kilometer nach Perth, laden unser Gepäck an unseren Unterkünften ab, säubern das Mietauto in der Waschstraße von kiloweise Sand und landen ganz schön erschöpft am späten Abend im vietnamesischen Restaurant ipho in Fremantle. Bei einer fantastischen Pho Suppe schwelgen wir nochmal in Erinnerungen an die schönsten Spots auf unserem Trip und sind alle drei glücklich darüber, dass wir nach Australien gekommen sind und gemeinsam die wunderschöne Westküste erkunden konnten.

Wir haben in 3 Wochen insgesamt 4.600 Kilometer zurückgelegt und sind in diesem Zeitraum von Perth bis nach Exmouth und wieder zurück gefahren. Das Landschaftsbild entlang der oft endlosen Straßen reicht von saftig grünen Wäldern bis hin zu karger, trockener Steppe. Besonders im Norden spürt man noch die extreme Hitze der zurückliegenden Sommermonate und sieht die Böden und Pflanzen nach Wasser lechzen. Entlang der Strecke gibt es nur wenige Orte, manchmal erreicht man erst nach stundenlanger Fahrt das nächste kleine Fischerdorf. Uns haben die Strände und Küsten mit ihrer unberührten und oft wilden Schönheit überwältigt und vom Anblick des gewaltigen Indischen Ozeans kann man nicht genug bekommen. Mit Westaustralien haben wir nur einen Teil, aber mit Sicherheit einen der schönsten von diesem außergewöhnlichen Land gesehen. Der Abschied von Lu & Martin ist mir heute schwer gefallen. Ich danke Euch beiden von Herzen für die wunderbare, immer entspannte und extrem lustige Zeit und wünsche Euch für Eure weitere Reise alles Gute.

4 Kommentare zu „Western Australia Roadtrip – 3. Woche

  1. Martina Bochmann 10. April 2018 — 14:03

    Huhu Romy, Hans Matern würde deinem blog auch gerne folgen…
    Wieee????
    liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina, er muss sich auf der Startseite meines Blogs ganz unten mit seiner eMailadresse anmelden. Dann bekommt er immer eine Mail sobald ich einen neuen Artikel veröffentlicht habe.

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  2. Martina Bochmann 10. April 2018 — 14:06

    hab ihm den Kontakt mal geschickt..villeicht klappt es ja….

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