Mein aufregender Start in Hawaii

Als ich mich am 24. April in Sydney auf den Weg zum Flughafen mache, ahne ich noch nicht, wie verrückt mein erster Tag in Hawaii werden wird. Am Check-In Schalter von Hawaiian Airlines bin ich super angespannt, weil ich das erste Mal so richtig Bammel habe, für mein Kitegepäck ordentlich drauf zahlen zu müssen. Hawaiian Airlines hat ziemlich strenge Gepäckbestimmungen und normales Check-In Gepäck darf maximal 23 Kg wiegen, bei Übergewicht oder Überlänge werden gleich mal 150 bis 200 Australische Dollar fällig. Als ich endlich an der Reihe bin, gerate ich an eine super freundliche und hilfsbereite Bearbeiterin, die extra für mich nachforscht, wie ich die zusätzlichen Gebühren umgehen kann. Letztendlich stellt sich heraus, dass bei meiner Buchung bereits zwei Gepäckstücke inkludiert sind. Da diese jedoch jeweils max. 23 Kg wiegen dürfen, packe ich kurzerhand 7 Kg aus meinem großen Kitegepäck in eine separate Tasche und gebe zwei Gepäckstücke auf. Mit einem breiten Grinsen spaziere ich zum Gate. Glück gehabt!

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Aus 2 mach 3 für einen reibungslosen Flug mit Hawaiian Airlines

Im Flugzeug bin ich total verblüfft über die Sicherheitshinweise. Hawaiian Airlines spielt ein Video ab, das eher an einen professionellen Werbefilm erinnert. Fröhlich lächelnde Hawaiianer demonstrieren, wie man den Sicherheitsgurt verschließt und die Rettungsweste anlegt und stehen dabei vor diversen atemberaubenden Kulissen in Hawaii. Man schweift regelrecht ab und betrachtet die fantastische Landschaft, die gezeigt wird. Das nenn ich mal eine Idee! Die knapp 10 zehn Stunden Flug über den Pazifik vergehen zum Glück recht schnell, auch wenn ich nicht besonders gut schlafen kann. Das Flugzeug setzt überpünktlich in Honolulu am International Airport auf und ich stelle mich auf ein langwieriges Einreiseprozedere ein, weil ich in die USA einreise. Unerwarteter Weise geht alles ruckzuck. An einem Automaten wird der Reisepass gescannt und man muss diverse Fragen zur Herkunft, dem Reisezweck etc. beantworten. Dann wird der Pass nochmal von einem Zollbeamten kontrolliert und ich muss auch mein bereits gebuchtes Ticket für den Weiterflug vorweisen, damit sichergestellt ist, dass ich die USA auch wieder verlasse. Mein Gepäck steht schon bereit und keine 30 Minuten nach der Landung verlasse ich den Flughafen in Honolulu, verrückt! Ich warte eine Weile auf Fellipe, bei dem ich ein Auto gemietet habe. Er bringt mir das Auto direkt zum Flughafen, was für mich super entspannt ist. Wie zu erwarten, ist der Wagen nicht mehr der allerneuste, irgendwo muss ich ja sparen.

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Mein Mietwagen … nicht mehr der Allerjüngste

Fellipe erklärt mir ein paar Sachen oder besser gesagt Macken vom Auto und schon mache ich mich auf den Weg in den Osten der Insel, wo ich im Ort Kailua für eine Woche ein Zimmer gebucht habe. Zum Glück ist auf Hawaii Rechtsverkehr. Auch wenn ich mich in Australien ganz gut ans links fahren gewöhnt habe, so ist mir „unsere Variante“ doch irgendwie lieber. Einige Sachen sind im amerikanischen Verkehr trotzdem anders und erstmal gewöhnungsbedürftig. Als ich durch Honolulu fahre, machen mich die Schilder mit Geschwindigkeitsbeschränkung „25“ irgendwie stutzig, bis mir klar wird, dass hier in MPH (Miles per hour) und nicht in km/h gerechnet wird. 25 MPH sind ungefähr 40 km/h. Am schnellsten darf man hier (wie auch bei uns) auf den Interstate Highways (Gegenstück zur europäischen Autobahn) fahren. Es sind maximal 60 MPH erlaubt, was knapp 100 km/h sind. Wow, sind wir Deutschen mit unseren Geschwindigkeitsbeschränkungen verwöhnt. Was ich im Gegensatz zu unserem Straßenverkehr richtig gut finde: man darf als Rechtsabbieger bei roter Ampel nach einem Stop fahren, es sei denn ein Schild verbietet es. Bei uns in Deutschland gibt es das manchmal mit dem grünen Rechtsabbieger Pfeil, aber so richtig weit verbreitet ist das meiner Meinung nach leider nicht.

In Kailua finde ich zügig meine Unterkunft, ein schönes Zimmer im Haus von Eunice & James, die beide auch kitesurfen. Auch wenn mich die Reise geschlaucht hat, verliere ich keine Zeit und mache mich mit Sack und Pack auf den Weg zum nahegelegenen Kitespot am Kailua Beach. Eunice & James haben mir schon ein paar Infos zum Spot gegeben und am Strand treffe ich plötzlich sogar Fellipe wieder, der hier Kitestunden gibt. Er gibt mir auch noch ein paar Hinweise und macht mich auf die Besonderheiten am Spot aufmerksam. Ich will nichts überstürzen und beobachte die Kiter eine Weile.

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Kailua Beach im Osten von Oahu

Der Wind ist mäßig stark aber zwei Mal zieht urplötzlich eine heftige Regenfront mit Sturmböen auf, sodass die wenigen Kitesurfer auf dem Wasser hinter Regenwolken verschwinden. Die Szenerie ist ein bisschen unheimlich, aber ich zögere nicht länger und mache mich ans Aufbauen. Bis ich die für den Flug demontierten Einzelteile vom Kiteboard wieder angeschraubt habe, verzieht sich das Unwetter und die Wetterlage stabilisiert sich.

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Sturmfront über Kailua Beach, Wetterwechsel innerhalb von Minuten

Ich starte meinen 12er Kite und bin nur 4 Stunden nach meiner Landung in Honolulu tatsächlich auf dem Wasser und genieße meine erste Kite Session in Hawaii, was für ein Traum. Der Wind nimmt etwas zu und ich fühle mich wohl mit dem 12er, erst nach knapp 2 Stunden gehe ich erschöpft wieder zurück an Land und packe in Ruhe mein ganzes Equipment ins Auto. Eine Weile schaue ich noch den anderen Kitern zu, viele kommen erst jetzt nach Feierabend zum Spot und wollen vor Sonnenuntergang noch schnell aufs Wasser. Als ich mich auf den Heimweg machen will, treffe ich nochmal Fellipe am Parkplatz. Als wir uns verabschieden wollen, sehen wir, dass mein Mietauto hinten links Luft verliert. Fellipe untersucht kurzerhand den Reifen und findet eine Schraube im Mantel. Ich beobachte das ganze Szenario etwas skeptisch. Fellipe holt ein Reparaturset aus seinem eigenen Auto, legt sich unter mein Auto und entfernt innerhalb von Minuten die Schraube aus dem Reifen, flickt das Loch und pumpt den Reifen mit einem mobilen Kompressor wieder auf. Ein bisschen zwiegespalten steige ich ein und will los fahren, allerdings springt das Auto nicht an. Ich bin froh, dass  Fellipe noch da ist, sonst wäre ich direkt am ersten Tag in Hawaii so richtig aufgeschmissen gewesen. Gemeinsam versuchen wir anderthalb Stunden lang, das Auto zum Laufen zu bringen. Er beteuert immer wieder, dass das Auto gut läuft und er sich nicht erklären kann, woran es liegt. Nach unzähligen Versuchen springt der Wagen dann doch noch an, als wir beim Starten die Automatik Schaltung von „Parken“ auf „Neutral“ stellen. Uns beiden ist nicht begreiflich, was das Problem war, aber ich bin froh, dass ich endlich los fahren kann. Es ist schon nach 20 Uhr, aber zum Glück finde noch einen offenen Supermarkt, um mir ein paar Sachen fürs Frühstück zu kaufen. Zurück in meiner Unterkunft spüle ich die Kitesachen alle mit Frischwasser ab und kann diese zum Glück in der großen Garage verstauen und aufhängen. Nach einer heißen Dusche geselle ich mich zum Abendessen zu James & Eunice und bin trotz der ganzen Aufregung happy über diesen ersten und turbulenten Tag in Hawaii!

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