Oahu – von allem ein bisschen

Die erste Hälfte meiner geplanten drei Wochen in Hawaii verbringe ich auf Oahu. Oahu ist die drittgrößte der acht Hauptinseln von Hawaii und Heimat der Hauptstadt Honolulu. Die Insel entstand aufgrund der beiden nicht mehr aktiven Vulkane Wai’anae und Ko’olau, die durch einen breiten Sattel miteinander verbunden sind. Außerhalb der Städte ist die gesamte Insel mit dichtem Regenwald bewachsen, je nach Sonnenlicht erscheinen die bewachsenen Berge auf Oahu in ganz unterschiedlichen, satten Grüntönen und der Anblick der bewachsenen Hänge erinnert mich an große, schwere Vorhänge. Der Kontrast zum türkisblauen pazifischen Ozean und den weißen Stränden entlang der 336 km langen Küstenlinie ist ein einzigartiger Anblick.

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Nach meinen ersten beiden Tagen auf Oahu sieht der Wind für die kommenden Tage leider mau aus, sodass erstmal kein Kitesurfen mehr möglich ist. Ich bin froh, dass ich ein Mietauto habe und damit mobil bin. Mein erster Ausflug führt mich ein Stück entlang der Westküste Richtung Norden bis nach Laie, wo es einen wunderbaren Aussichtspunkt gibt. Auf dem Weg halte ich immer wieder an Stränden und Buchten an und genieße den Anblick und vor allem die Geräusche der Wellen. An vielen Stränden ist es unmöglich, ins Wasser zu gehen, weil die Strömung durch den hohen Wellengang sehr stark ist. Sobald man ins Wasser geht, spürt man den Sog, der einen ins Meer hinaus zieht. Zum Glück bin ich eine gute Schwimmerin und habe keine Schwierigkeiten in Strandnähe zu bleiben, aber trotzdem ist immer Vorsicht geboten.

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Laie Lookout im Nordosten von Oahu

Natürlich bleibt auch ein Besuch einer der berühmtesten Strände unserer Erde nicht aus. Waikiki Beach befindet sich in Honolulu, auf dem Weg dorthin mache ich Stopps am Makapu’u Beach, Sandy Beach und am Halona Blowhole und sehe aus der Ferne zum ersten Mal einen Buckelwal, was ein wunderschöner Moment ist. Buckelwale überwintern vor Hawaii und bringen hier ihre Jungen zur Welt. Von Dezember bis Mai kann man mit etwas Glück einige beobachten. Am Waikiki Beach angekommen, verstehe ich die Magie dieses Ortes, ein langer weißer Strand mit azurblauem Wasser und im Hintergrund Oahu’s Wahrzeichen, Diamond Head.

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Waikiki Beach und Diamond Head im Hintergrund

Trotzdem könnte ich nie und nimmer einen Urlaub in einem der vielen Hotels hier am Waikiki Beach verbringen, dafür bietet die ganze Insel einfach viel zu viele Highlights. Ich bummle lange am Waikiki Beach entlang, beobachte die Surfer und das bunte Treiben. Am späten Nachmittag bin irgendwie froh, als ich mich mit dem Auto wieder auf die ruhigere Ostseite der Insel begeben kann. Auf dem Rückweg halte ich nochmal am östlichsten Punkt der Insel und wandere zum Makapu’u Lighthouse, von wo ich einen herrlichen Ausblick auf Rabbit Island, Kaohikaipu Island, Makapuu und Waimanalo Beach genießen kann.

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rechts Rabbit Island, links Makapuu und Waimanalo Beach

Ich möchte mir auch die südwestliche Seite der Insel anschauen und verbinde den Ausflug mit einem Besuch vom weltweit bekannten Hafen Pearl Habor, westlich von Honolulu. Pearl Habor ist U-Boot-Stützpunkt, Flottenbasis und militärisches Oberkommando der Amerikaner für den gesamten Pazifikraum. Im Dezember 1941 wurde Pearl Habor von den Japanern angegriffen, was den Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg bewirkte. An der Stelle, wo damals das Schlachtschiff USS Arizona gesunken ist, befindet sich seit 1962 das USS Arizona Memorial und überspannt das Wrack, was seither auf dem Meeresgrund von Pearl Habor liegt.

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Pearl Harbor: großer Flugzeugträger und rechts im Bild das USS Arizona Memorial

Am Hafen befindet sich eine große Ausstellung, die mit Filmaufnahmen, Kartenmaterial, Fotos und Modellen über die Geschehnisse informiert. Die Ausstellung ist super gemacht und ich finde es interessant, mehr über Pearl Habor und die Geschichte zu erfahren. Im Hafen liegt außerdem das U-Boot U.S.S. Bowfin, welches im Zweiten Weltkrieg insgesamt neun Feindfahrten im Pazifischen Ozean unternahm und jedes Mal unversehrt zurück kehrte. Ich habe noch nie ein solches U-Boot aus der Nähe gesehen, das ist echt beeindruckend für mich.

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USS Bowfin

Am Nachmittag mache ich mich dann auf zur South Shore von Oahu und fahre lange parallel zur Küste bis ich am westlichsten Zipfel der Insel das Ende der Straße erreiche und umkehren muss. Um noch weiter nördlich zu Oahu’s berühmter North Shore zu gelangen, muss man auf der anderen Seite der Insel gen Norden fahren, was ich mir für einen anderen Tag vorgenommen habe. So genieße ich den wunderschönen Strand an der Südküste und traue mich auch ins Wasser, obwohl ich wegen der hohen Wellen lange überlegen muss und mich erst traue, als auch einige andere Leute ins Wasser gehen.

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Oahu’s South Shore

Die Strände an der Nordküste Oahu’s bieten weltweit die besten Bedingungen zum Wellenreiten – im Winter rollen hier sechs bis zwölf Meter hohe Wellen an den Strand und die sogenannte North Shore ist Austragungsort mehrerer großer Surfwettbewerbe. Bei meinem Tagesausflug zur North Shore schaue ich mir einige der tollen und langen Strände an, unter anderem Sunset Beach, Turtle Beach und auch Molokai Beach, an dem man auch kitesurfen kann. Alle Strände haben eines gemeinsam: fantastische Wellen und astreine Bedingungen für Surfer. Ich sitze lange am Strand und beobachte die wagemutigen Wellenreiter, die hier für ihren Sport das absolute Paradies auf Erden haben.

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Sunset Beach an Oahu’s berühmter North Shore

Ich freue mich darüber, dass ich in meiner Airbnb Unterkunft bei Eunice und James Anschluss finde. Die beiden haben auf Oahu einen großen Freundeskreis und unternehmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit etwas zusammen, Kitesurfen, Stand Up Paddeln, Ausflüge mit dem Kayak, Schnorcheln, Tauchen, Wandern, etc. Die Truppe erinnert mich an meinen Freundeskreis Zuhause und es macht Spaß, zusammen mit ihnen unterwegs zu sein. Ich begleite sie zwei Mal zu einem fantastischen Schnorchel Ausflug, bei dem ich unfassbar viele verschiedene Fische und auch mehrmals Schildkröten sehe. Das Wasser ist wunderbar klar, das Schnorcheln macht riesig viel Spaß. Außerdem unternehmen wir eine Tour mit den Stand Up Paddle Boards zu Flat Island, einer kleinen Insel vor Kilua und schauen uns gemeinsam das Feuerwerk am Waikiki Beach an, was jeden Freitag stattfindet. Einige Mal begleite ich Eunice und ihre Freunde zum Wandern. Auf Oahu gibt es unzählige Wanderrouten. Eine dreistündige Tour durch den Kanaha National Park unternehme ich sogar allein, doch ich bin froh, dass ich mich für weitere Touren den anderen anschließen kann. Viele Trails sind kaum oder gar nicht markiert, der Weg verzweigt oft oder endet gar urplötzlich. Im dichten Regenwald kann man ruckzuck die Orientierung verlieren und geht am Ende Stunden, obwohl es zurück zum Auto vielleicht nur noch wenige Minuten gewesen wären. Wir wandern gemeinsam durch das wunderschöne Palolo Tal und ich habe das erste Mal die Gelegenheit in einen erloschenen Vulkankrater zu schauen. Beim Anblick des sogenannten Kaau Crater kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, wie es hier aussah, als der Vulkan noch aktiv war.

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Kaau Crater auf Oahu

Weitere Wanderungen führen uns zu den Lulumahu Wasserfällen, den Lekeke Wasserfällen und zum Luakaha Wasserfall. Auf Hawaii gibt es sehr viele Wasserfälle, je nach Jahreszeit und Regenfall führen sie mehr oder weniger Wasser. Schon von weitem hört man das laute Rauschen und der Anblick der herabfallenden Wassermassen ist fantastisch. Ich liebe es, durch den dichten grünen Regenwald zu wandern, die Artenvielfalt ist unendlich und das stetige Vogelkonzert ist aus einer anderen Welt. Die Wege sind aufgrund der Regenfälle oft aufgeweicht und schlammig. Irgendwann gebe ich auf, links und rechts der schlammigen Pfade nach festerem Untergrund zu suchen … das ist hier einfach unmöglich. Oft durchqueren wir sogar Wasserläufe, sodass meine Schuhe letztendlich komplett durchgeweicht sind … und zumindest wieder etwas sauberer. Ich bin glücklich, dass ich gemeinsam mit Eunice und ihren Freunden unterwegs sein kann. In der Gruppe machen solche Abenteuer einfach viel mehr Spaß und irgendwie fühlt es sich für mich ein bisschen wie Zuhause an, was echt toll ist.

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mit den Stand Up Paddle Boards von Kilua nach Flat Island

An einem meiner letzten Tage komme ich am Kilua Beach sogar nochmal kurz zum Kiten, auch wenn der Wind nicht lange mitspielt. Ich werde den Kitespot auf Oahu in guter Erinnerung behalten und hoffe trotzdem auf etwas mehr Wind in Maui. Nach 11 Tagen verlasse ich Oahu und fliege mit Hawaiian Airlines nach Maui, wo mich das nächste große Abenteuer erwartet.

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