Cabarete – Kite, Eat, Sleep, Repeat

Mit wehenden Fahnen steige ich am 8. Juni in New York ins Flugzeug und mache mich auf den Weg nach Cabarete an der Nordküste der Dominikanischen Republik. Als einer der bekanntesten und beliebtesten Kitespots weltweit steht Cabarete schon lange auf meiner Wunschliste und meine Vorfreude ist riesig.

Der Flug mit Westjet klappt reibungslos, auch das Einreise Prozedere am Flughafen in Puerto Plata geht zügig von statten. Ich warte mit meinem Gepäck auf Oliver, der mich am Flughafen abholt. Ich kenne Oliver bereits seit über 10 Jahren. Wir haben uns 2008 in Berlin kennengelernt und Oliver war damals schon regelmäßig in Cabarete zum Kiten. Durch ihn habe ich überhaupt zum ersten Mal vom Kitesurfen erfahren und wollte es seither selbst lernen. 2010 bin ich von Berlin nach Koblenz umgezogen und seither hatten wir nur sporadisch Kontakt und haben uns auch nicht mehr gesehen. Oliver lebt inzwischen aber schon seit vier Jahren in Cabarete und ich freue mich riesig, dass wir uns hier wiedersehen. Außerdem vermietet er einige Appartements in der „Cita del Sol“, einer großen Appartement Anlage direkt in Cabarete mit schönem Pool und kurzen Wegen zum Kitestrand und den umliegenden Restaurants. Von Puerto Plata fahren wir ca. 20 Minuten Richtung Osten bis in das Surferstädtchen Cabarete, dem absoluten Kitesurf Mekka in der Karibik. Mein Appartement hat ein großes Schlafzimmer, einen Wohn-Essbereich mit Küche, ein schönes Badezimmer und einen großen Balkon, ich fühle mich sofort wohl.

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Cita del Sol in Cabarete

Ich lege nur meine Sachen ab und wir machen uns gleich auf den Weg zum Strand. Hier direkt im Ortszentrum von Cabarete befindet sich der Hauptstrand, den sich Kitesurfer und Windsurfer teilen. Etwa einen Kilometer westlich befindet sich der Kitestrand, wo ausschließlich Kitesurfer zu finden sind. Natürlich bläst der Wind und auf dem Wasser tummeln sich jede Menge Kiter und Windsurfer, ein großartiger Anblick. Die Erkältung, die mich in New York die ganze Woche gequält hat, ist immer noch nicht überstanden und so schone ich mich lieber noch einen Tag und begnüge mich erstmal nur mit Zuschauen.

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Hauptstrand in Cabarete

Am Strand gibt es eine nette Bar mit gemütlichen Sitzgelegenheiten und eine Kite- und Windsurfschule. Es herrscht buntes Treiben und ich lerne sofort einige Leute kennen. Es sind super viele Deutsche hier in Cabarete, ich bin ganz überrascht. Am späten Nachmittag komme ich im Appartement erstmal in Ruhe an, packe alles aus und bereite mein Kite-Equipment für den nächsten Tag vor. Am Abend gehe ich mit Oliver, seinen Freunden Janosch & Axel und Britta, die ebenfalls heute angekommen ist und in der „Cita del Sol“ wohnt, zum Abendessen ins „OJO“ und genieße bei einer leckeren Pizza den lauen Abend direkt am Strand und bin so glücklich, hier zu sein.

Meine erste Woche in Cabarete ist eine bunte Mischung aus viel Kiten, Surfen, Relaxen, Leute treffen, Essen gehen, Tanzen, Genießen. Der Wind setzt jeden Tag verlässlich gegen Mittag ein und wird dann bis zum Nachmittag richtig stark, sodass ich bisher nur mit meinem 8 m² Kite auf dem Wasser war und manchmal sogar schon über den kleinen 5er nachgedacht habe, weil der Wind manchmal so stark ist. Wahrscheinlich wird mein großer 12er hier gar nicht zum Einsatz kommen. Der Kitespot in Cabarete ist super groß und erstreckt sich über einen langen Strandabschnitt, an dem sich eine Kiteschule an die nächste reiht. Der Passatwind bläst schräg auflandig aus Südosten und etwas weiter draußen in der Bucht gibt es durch ein vorgelagertes Riff tolle Wellen. Das Wasser ist strahlendblau und pudelwarm, ein absoluter Traum. Juni und Juli sind die besten Monate zum Kiten in Cabarete, die Windausbeute ist nahezu 100 %. Momentan ist es auf dem Wasser noch überschaubar, ab Juli soll es wohl deutlich voller werden, da bin ich mal gespannt.

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am Hauptstrand in Cabarete

In Cabarete kann man alles zu Fuß erledigen. Am Strand gibt es zahlreiche Restaurants, Bars und Cafés, im Grunde ist für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei. Am Ortsende gibt es einen großen gut sortierten Supermarkt und an der Straße gibt es mehrere Obststände mit reifen Mangos, Ananas und Papayas. Natürlich lebt Cabarete vom Tourismus. Es gibt zahlreiche Surferläden, Anbieter für verschiedenste Ausflüge, etc., für den Urlauber wird hier so gut wie alles möglich gemacht. Dennoch hat Cabarete einen besonderen Charme und wirkt auf mich nicht zu überlaufen. Es gibt zum Glück keine riesigen Hotels und am Strand dreht sich einfach alles ums Surfen, ich lerne super schnelle tolle Leute kennen und fühle mich in Cabarete super wohl. Viele Dominikaner verdienen ihr Geld als „Taxifahrer“, allerdings auf dem Moped. Wenn ich die zehn Minuten zum Supermarkt laufe, wird mir bestimmt fünfzehn Mal mit erwartungsvollem Blick „Moto Moto“ zugerufen, vom Straßenrand oder beim Vorbeifahren. Für ein paar Pesos kann man sich also problemlos auch überall hin fahren lassen, muss allerdings mit der rasanten Fahrtweise der Dominikaner zurecht kommen.

Fünf Minuten von Cabarete entfernt gibt es einen tollen Surfspot am Encuentro Beach. Wenn es am Vormittag noch relativ windstill ist, tummeln sich hier die Wellenreiter im Wasser. Mit ein paar Leuten verbringe ich einen Vormittag am Surfspot und kann an meine bisherigen Anfänge in Hawaii und Mexiko anknüpfen. Mittlerweile gelingt es mir bei fast jedem Versuch, auf dem Brett aufzustehen und ich habe die ein oder andere kleine Welle auch schon ohne „Anschubsen“ durch den Surflehrer selber erwischt und das ist jedes Mal ein tolles Gefühl.

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glücklich nach unserer Surfstunde am Encuentro Beach

Hier in Cabarete habe ich zum allerersten Mal einen Downwinder gemacht. Downwind bedeutet, mit dem Wind zu fahren. Während wir Kiter am Kitespot sehr viel „Upwind“ fahren müssen, um nicht abgetrieben zu werden, sondern die Höhe zu halten, so kann man sich beim Downwinder einfach vom Wind leiten lassen. Beim Downwinder starten wir in Cabarete und landen nach ca. einer Stunde westlich am Strand Encuentro, den ich bereits vom Surfen kenne. Wir sind zu acht unterwegs. Michael, der am Kitespot in Cabarete als Kitelehrer arbeitet, ist unser Guide. Ich bin erst super aufgeregt, aber das verfliegt schnell beim Downwinder, der einfach nur super viel Spaß macht. Auf der Strecke Richtung Encuentro gibt es immer wieder fantastische Abschnitte mit tollen Wellen und in unserer achtköpfigen Gruppe sind wir allein auf dem Wasser unterwegs. Der Ausstieg am Encuentro Beach ist etwas tricky, weil sich überall am Strand Steine und Korallen im Wasser befinden. Lediglich ein schmaler Abschnitt ist sandig und wir schaffen es alle, unbeschadet aus dem Wasser zu kommen. Was für ein tolles Erlebnis!

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Mit Michael und den anderen Teilnehmern nach meinem ersten Downwinder

Zwei Tage später will ich wieder mit Michael und diesmal mit zwei anderen Mädels nochmal den Downwinder nach Encuentro machen. Kathrin ist aus Deutschland und ebenfalls sechs Wochen hier in Cabarete, wir verstehen uns großartig. Amélie lebt in Quebec in Kanada und kommt regelmäßig zum Kiten hier nach Cabarete. Mein ganzes Kite-Equipment habe ich am Strand in Olivers Schließfach eingesperrt und leider hat Oliver den Schlüssel mitgenommen und antwortet nicht auf meine Nachricht. Etwas geknickt wünsche ich den Mädeln einen tollen Downwinder und habe gedanklich schon einen Haken an die Sache gemacht, doch dann bekomme ich tatsächlich von Amélie ihren zweiten Cabrinha Kite mit Bar, Michael gibt mir sein zweites Trapez und von Dan, den ich ebenfalls am Strand kennengelernt habe, bekomme ich ein Twintip Board. Also bin ich auf meinem zweiten Downwinder mit komplett fremdem Material unterwegs und muss mich am Kitestrand mit ein paar Zügen erstmal kurz an das neue Gefühl gewöhnen. Beim Kitesurf-Equipment gibt es viele verschiedene Marken und unterschiedliche Modelle mit anderen Fahr- bzw. Flugeigenschaften. Ich finde es toll, auch mal anderes Material auszuprobieren und komme nach einer kurzen Findungsphase sehr gut zurecht. Also ziehen wir drei Mädels unter der Obhut von Michael los zum Downwinder nach Encuentro und es macht wieder riesig viel Spaß. Der Wind ist mega stark. Kathrin ist mit ihrem 9 m² Schirm unterwegs, ich mit dem 8er von Amilie und wir sind beide am Limit. Amilie hat ihren 7 m² Schirm und fühlt sich pudelwohl. In Encuentro angekommen, geht Michael zuerst an den Strand und weist uns Mädels den richtigen Weg zum schmalen Ausstieg. Bei einem eisgekühlten „Jugo de Chinola“, einem mega leckeren Marajuca Saft, stoßen wir auf die traumhafte Tour an!

Mädels Downwinder
Mit Michael, Amélie und Kathrin nach unserem Downwinder

Meine erste Woche in Cabarete war fantastisch. Der Wind bläst jeden Tag, die Sonne strahlt bei über 30 Grad vom blauen Himmel, es ist eine Wucht. Die Abende genießen wir bei leckerem Essen in einem der vielen Restaurants am Strand und natürlich wird auf der ein oder anderen Salsaparty auch das Tanzbein geschwungen. Ich bin glücklich, dass ich noch weitere fünf Wochen hier bleiben werde und freue mich auf viele Kite Sessions und andere Abenteuer in der Dominikanischen Republik. Es tut gut, eine Weile an einem Ort zu bleiben und dafür habe ich mir mit Cabarete das absolute Kitesurfer Paradies ausgesucht.

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