Twins in der Karibik

Nach über vier Monaten Trennung ist es endlich soweit und meine Zwillingsschwester Rosi kommt für zehn Tage zu Besuch. Am 19. Juni landet sie mit Eurowings in Puerto Plata und ich hole sie vom Flughafen ab, die Wiedersehensfreude ist riesig! So lange am Stück waren wir noch nie getrennt und wir freuen uns unglaublich auf die gemeinsamen Tage.

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Erstmal ein leckerer Pina Colada am Strand

Im selben Flieger ist auch Nadine, eine Freundin von Kathrin, die ich hier in Cabarete kennengelernt habe. Am Abend gehen wir zu viert am Strand essen und schmieden gemeinsam Pläne für die nächsten Tage. Ich habe für Rosi einen Kitekurs gebucht und hoffe, dass es am nächsten Tag gleich losgehen kann. Nach dem Aufstehen machen wir uns aber erstmal auf einen langen Strandspaziergang und relaxen am Kitebeach in einer gemütlichen Bar direkt am Wasser. Mittags machen wir uns auf den Rückweg zum Hauptstrand, wo Rosis Kitestunden stattfinden werden, aber der Wind ist leider zu schwach. Ich bin erstmal ganz schön geknickt, weil es seit Tagen immer verlässlichen Wind gab und ausgerechnet jetzt, wo Rosi zu Besuch ist, kommt eine kleine Flaute. Wir nutzen den Nachmittag zum Relaxen am Strand und ich weise Rosi zumindest schon mal ein bisschen in die Kite Theorie ein. Später düsen wir mit dem Moped los und erkunden ein bisschen die Gegend. Der Jetlag macht sich bemerkbar und wir lassen den ersten Tag bei einem gemütlichen Abendessen im La Chabola ausklingen.

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Relaxen nach dem Strandspaziergang

Am nächsten Tag erkunden wir den Strand in Cabarete in östlicher Richtung und genießen zusammen das tolle glasklare Wasser. Der Wind ist leider auch heute nicht stark genug, sodass die erste Kitestunde weiter auf sich warten lässt. Wir entschließen uns zu einer Moped-Tour nach „La Boca“, einer Flussmündung etwa 7 km östlich von Cabarete. Hier mündet der Yasica River ins Meer und die Flussmündung ist ein bei Kitesurfern beliebter Flachwasserspot. Wir fahren im Convoy gemeinsam mit Oliver, Kathi, Nadine, Kathrin, Tutti und Gottfried und haben jede Menge Spaß bei der holprigen Fahrt bis nach „La Boca“. An der Flussmündung angekommen, setzt uns ein Boot über zu Wilsons Restaurant, wo wir den Nachmittag bei leckeren Pina Colada aus der frischen Ananas genießen. Am Abend gehen wir alle zusammen zum Tanzen ins „OJO“, einem Restaurant direkt am Strand in Cabarete, wo jeden Donnerstag eine Salsa Party steigt. Die Musik ist großartig, es wird Salsa, Merengue, Bachata und Reggaeton gespielt. Die Tanzfläche ist ab Mitternacht proppevoll und die Stimmung ausgelassen. Es macht einfach riesigen Spaß und ist so anders als in Deutschland, wo bei den meisten Partys einfach jeder für sich alleine tanzt.

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Auf dem Moped nach „La Boca“

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg nach Rio San Juan auf die Ranch von Tommy, der dort über 20 Pferde besitzt und Ausritte entlang vom Fluss Rio San Juan und in die Dominikanischen Berge anbietet. Wir sind nur zu dritt unterwegs und auf dem zweistündigen Ausritt haben wir fantastische Ausblicke bis hin zum Meer. Da sind wir beide so richtig in unserem Element.

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Ausritt in die Dominikanischen Berge

Als wir zurück sind, treffen wir uns mit Kathrin, holen uns ein Mietauto und fahren spontan übers Wochenende auf die Samana Halbinsel. Eine dreistündige Autofahrt führt uns Richtung Osten meistens entlang der Küste bis in das Städtchen Las Terrenas, wo wir bei Alex, einem Freund von Kathrin übernachten können, der mitten in den Bergen ein kleines Haus besitzt. Der Ausblick ist fantastisch und wir schlafen im Freien auf der Terrasse mit einer unglaublichen Geräuschkulisse. Am nächsten Tag fahren wir bis nach El Limon und wandern zu den gleichnamigen Wasserfällen. Die Tour ist auch zu Pferd möglich, aber wir entscheiden uns zu Fuß zu gehen und sind in weniger als einer Stunde am großen Wasserfall angekommen. Bei einer frischen Kokosnuss und den Füßen im kalten Wasser genießen wir den tollen Anblick der rauschenden Wasserfälle. Auf dem Rückweg am Nachmittag setzt starker Regen ein, was hier auf der Samana Halbinsel häufig der Fall ist. Als wir wieder in Las Terrenas angekommen sind, relaxen wir ein bisschen und gehen am Abend zu einem kleinen Festival im großen Botanischen Garten „Ecotopia“ in Las Terrenas. Es gibt tolle Live Musik und später auch noch mehrere DJs, die inmitten vom Botanischen Garten auflegen, eine absolut fantastische und einzigartige Kulisse!

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Unsere Bleibe in Las Terrenas

An unserem zweiten Tag in Samana fahren wir mit dem Auto zum Playa Onda und sind dort die Einzigen am Strand. Nach einer Weile tauchen ein paar Locals auf und holen uns Kokosnüsse direkt vom Baum. Erst wird mit einer Machete nur ein kleines Loch in die Kokosnuss gemacht, sodass man das leckere Kokosnuss-Wasser trinken kann. Danach wird die Kokosnuss in der Mitte aufgeschlagen und man kann das weiße Kokosnuss-Fleisch heraus schälen, total köstlich. So lässt sich ein entspannter Tag am Strand verbringen.

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Weil es am Nachmittag wieder regnet, entscheiden wir uns für die Rückfahrt nach Cabarete und machen noch einen kurzen Stop in Rio San Juan, wo ein großes Straßenfest mit irre lauter Musik, vielen Verkaufsständen und verrückten Fahrgeschäften stattfindet. Das Riesenrad steht auf einem wackeligen Holzunterbau und hat eine waghalsige Geschwindigkeit drauf. Für uns ist eine Fahrt mit dieser Höllenmaschine unvorstellbar, aber die einheimischen Kids stehen mit leuchtenden Augen Schlange. Erst im Dunkeln kommen wir heil wieder in Cabarete an und lassen unser Ausflugs-Wochenende bei einem leckeren Sushi ausklingen.

Am nächsten Tag ist es endlich soweit und Rosi kommt zu ihrer ersten Kitestunde bei Michael, der bei Watersports Cabarete als Kitelehrer arbeitet. Die ersten 1,5 Stunden verbringen die beiden mit Kite-Aufbau, Kite-Kontrolle und Einweisung in die Sicherheitssysteme am Strand. Rosi steuert zum ersten Mal selbst einen Kite und wir sind beide gespannt, wie es am nächsten Tag im Wasser klappen wird. Am Abend gehen wir zu Gorditos’s Fresh Mex, einem kleinen und super leckeren mexikanischen Restaurant in Cabarete. Später am Abend gesellen wir uns zu Kathrin, Nadine, Michael und Oli auf ein paar Drinks in der Mojito Bar direkt am Strand.

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Rosi bei ihrer allerersten Kitestunde

Für den nächsten Tag haben wir einen Ausflug zu den „27 Waterfalls“ gebucht. Bereits um 8 Uhr werden wir abgeholt und fahren ca. 1,5 Stunden Richtung Westen in die Berge. Kathrin ist auch mit dabei und in unserer Gruppe sind wir später insgesamt zu siebt und mit einem Guide unterwegs. Mit Schwimmwesten und Helmen ausgestattet, machen wir uns bei der schwülen Hitze zunächst an einen einstündigen Zustieg, auf dem wir uns den Wasserfällen entgegen sehnen. Der Guide leitet uns durch die verschiedenen Wasserfälle und Canyons und immer wieder meistern wir auch Sprünge von bis zu 8 Metern, wo man doch erstmal kurz in sich gehen muss, bevor man sich hinunter stürzt. Die Tour führt durch einen wunderschönen Canyon, wir sind die ganze Zeit im Wasser unterwegs und haben jede Menge Spaß beim hinab rutschen und springen. Auf der Rückfahrt sind wir ganz schön k.o. und brauchen im Bus erstmal einen Power Nap zur Erholung.

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Rutschpartie in den „27 Waterfalls“

Zurück in Cabarete hoffen wir auf Rosis nächste Kitestunde, aber heute ist der Wind dann tatsächlich zu stark. Wie das eben beim Kiten lernen so ist, die perfekten Bedingungen hat man selten … so bleibt es bei einem Strandnachmittag und am Abend gehen wir mit Kathrin und Nadine zum Essen in Ali’s Surfcamp, wo wir ein fantastisches Churrasco essen. Das ist Rindfleisch, was auf lateinamerikanische Art über offenem Feuer zubereitet wird.

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mit Nadine und Kathrin zum Essen in Ali’s Surfcamp

Am nächsten Morgen fahren wir schon früh um 6.45 Uhr zum Playa Encuentro zum Surfen. Nadine und Kathrin sind auch wieder mit dabei und zu viert stürzen wir uns in die Wellen und schaffen es alle vier, die ein oder andere Welle zu erwischen und ein paar Meter zu Surfen.

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Rosi beim Surfen am Playa Encuentro

Nach einem gemeinsamen Frühstück schauen wir das Fußball Spiel Deutschland – Südkorea an, was leider zum Ausscheiden der Deutschen Nationalmannschaft aus der Weltmeisterschaft führt. Okay, damit hat sich das Fußballfieber dann wieder eingestellt. Am Nachmittag ist der Wind genau richtig und Rosi geht zusammen mit Michael zum ersten Mal ins Wasser. Die beiden über Bodydrags und Rosi ist danach schon ganz verrückt auf die ersten Versuche mit dem Board.

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Rosi und Michael beim Bodydrag

Für den nächsten Tag haben wir am Morgen eine SUP Tour in der Lagune von Cabarete gebucht. Gemeinsam mit Delson, unserem Guide, paddeln wir zwei Stunden durch die wunderschöne grüne Lagune und sind total verblüfft über diese ruhige Oase direkt hinter dem Ortskern von Cabarete. Natürlich gehen wir auch Schwimmen und klettern auf einen hohen Baum direkt am Ufer, von dem wir hinab ins erfrischende Wasser springen können.

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SUP Tour in der Lagune von Cabarete

Am Nachmittag steht Rosis dritte Kitestunde an und endlich geht es an die ersten Wasserstarts mit Brett. Ich beobachte alles ganz genau vom Strand und freue mich wie verrückt über jeden kleinen Erfolg. Tatsächlich gelingt es Rosi, in ihrer dritten Kitestunde bereits die ersten Meter zu fahren und das macht mich unheimlich stolz und glücklich. Zur Feier des Tages gehen wir am Abend wieder ins „OJO“ und tanzen uns nach Herzenlust die Seele aus dem Leib, bis wir erst in den frühen Morgenstunden total kaputt ins Bett fallen. Was für ein wunderschöner Tag!

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Rosis erste Meter auf dem Kiteboard

Die lange Nacht steckt uns am nächsten Tag noch ein bisschen in den Knochen, sodass wir etwas länger im Bett bleiben und dann gemütlich im Vagamundo frühstücken gehen, einem tollen kleinen Frühstückslocal am Ortsrand von Cabarete, wo man super leckere belgische Waffeln und exotische Müslivarianten bestellen kann. Anschließend machen wir uns auf eine kleine Shoppingtour durch die Surferläden in Cabarete und fahren am Nachmittag gemeinsam mit Kathrin, Nadine, Oliver, Sylvia, Andreas und Janny nach „La Boca“. Janny hat etwa 3 km östlich von „La Boca“ ein großes Grundstück direkt am Meer. Von dort starten wir Kiter zu einem tollen Downwinder zurück nach Cabarete. Rosi und Sylvia treten den Rückweg im Auto an und treffen uns nochmal in „La Boca“, wo wir direkt in der Flussmündung auf Flachwasser kiten, bevor es weiter geht Richtung Cabarete.

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Auf dem Weg zum Downwinder

Die Tage vergehen wir im Flug und urplötzlich steht schon Rosis Abreisetag vor der Tür. Wir fahren am Vormittag nochmal mit dem Moped zum Playa Encuentro, um den Profis beim Surfen zuzuschauen und relaxen dann am Mittag noch ein paar Stunden am Strand von Cabarete, bevor ich Rosi schweren Herzens nach Puerto Plata zum Flughafen bringe. Der Abschied fällt uns schwer. Die gemeinsamen Tage in Cabarete waren wunderschön. Wir hatten viel Zeit, um gemeinsam ausgiebig zu quatschen, zu lachen und tolle Abenteuer zu erleben und am liebsten hätten wir natürlich einfach so weiter gemacht. Ich bin sehr dankbar für diese wohltuenden Tage und bin mehr als stolz, dass Rosi hier in Cabarete mit dem Kitesurfen angefangen und natürlich auch Gefallen daran gefunden hat. Hoffentlich haben wir bald wieder die Gelegenheit, zusammen zu Kiten, das ist mein großer Wunsch. Danke Schwesterherz für diese großartigen Tage mit Dir!

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Abschiedsbild am Flughafen in Puerto Plata

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