Sal – die Insel „über dem Winde“

Wer hätte es gedacht, aber von Südamerika kommt man doch tatsächlich in weniger als 4 Stunden nach Afrika. Am 24. Oktober 2018 mache ich mich mit Cabo Verde Airlines auf den Weg über den Atlantik von Fortaleza auf die Kapverdischen Inseln. Die Kapverden sind ein Archipel vor der Küste Westafrikas mit zehn Inseln, von denen neun bewohnt sind. Die östlichen flachen Inseln (Sal, Boavista, Maio) unterscheiden sich deutlich von den westlichen gebirgigen Inseln (Santo Antão, São Vicente, São Nicolao, Santiago, Fogo, Brava) mit zerklüfteten Gebirgszügen, grünen Tälern und Vulkanen.

Kapverdische Inseln, Quelle: Google Maps

Für meine Reise auf die Kapverden habe ich mich für die gerade mal 30 Km lange und 12 Km breite Insel Sal entschieden, wo von November bis Juni ein starker Passatwind für perfekte Bedingungen zum Kite- und Windsurfen sorgt. Auf Sal gibt es vor allem eines: Sand, Wüsten, Trockentäler, aber auch Oasen, Salinen und stille Vulkane. „Sal“ (Salz) bekam seinen Namen aufgrund des Salzabbaus, der mittlerweile aber fast nur noch für den Eigenbedarf und touristisch genutzt wird.

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Insel Sal, Quelle: Google Maps

Meinen Flug mit Cabo Verde Airlines habe ich inklusive zwei normaler Check-In Gepäckstücke gebucht und hoffe, beim Check-In ohne weitere Gebühren durch zu kommen. Am Schalter werde ich dann aber doch aufgefordert, für die Übergröße meiner Kitetasche 150 USD zu bezahlen und damit ist mein Kampfgeist geweckt. Die Diskussion geht eine ganze Weile hin und her, bis der Supervisor nachfragt, wohin ich denn fliege. Als die Antwort „Sal“ lautet, lenkt er plötzlich ein und winkt mein Gepäck ohne Zusatzkosten durch, ein riesiger Stein fällt mir vom Herzen. Später beim Einsteigen ins Flugzeug stelle ich fest warum. Die große Maschine ist nicht mal halb voll und offensichtlich war jede Menge Platz für zusätzliches Gepäck. Glück gehabt!

Mein knapp vierstündiger Flug geht über Nacht und ich ergattere im Flieger vier Mittelsitze ganz für mich allein. Sobald die Anschnallzeichen erloschen sind, strecke ich mich über die Länge der ganzen Sitzbank aus und wache erst beim Landeanflug auf Sal wieder auf, was für ein entspannter Flug, das könnte gern öfter so sein.

Mit dem Taxi geht es von der Hauptstadt Espargos im Landesinneren Richtung Süden in die Hafenstadt Santa Maria, wo sich meine Unterkunft für die nächsten zwei Wochen befindet, das Hostel Xamedu. In Santa Maria gibt es entlang der langen Strände inzwischen auch einige große Hotels, aber mein Hostel befindet sich mitten im Ort, weit ab von jeglichem Touristentrubel. Das Hostel gibt es erst seit einem Jahr, das portugiesische Betreiber Ehepaar empfängt mich mit großer Gastfreundschaft und ich komme erstmal in Ruhe an. Am Nachmittag mache ich einen ersten Spaziergang durch Santa Maria und der Ort gefällt mir super gut. In Strandnähe geht es mit vielen Restaurants und Surfshops relativ touristisch zu, aber sobald man die Strandpromenade Richtung Ortsinneres verlässt, erlebt man einen ehemaligen Fischerort mit breiten, gepflasterten Straßen und pastellfarbenen, verschachtelten Häusern, kleinen Geschäften und lokalen Restaurants. Besonders viel Verkehr ist in Santa Maria nicht, aber wenn einem ein Auto begegnet, dann ist es zu 80 % ein Taxi, davon gibt es hier gefühlt mehr als Einwohner. Ich kaufe ein paar Lebensmittel fürs Frühstück, mache eine Bank zum Geld abheben ausfindig (1 EUR = 110 Escudos) und suche zwei Kite Schulen auf, wo ich nach den Preisen für den Transfer zum Kite Beach frage, der sich an der Ostküste von Sal befindet. Ich entscheide mich für Kite Verde, wo ich für 4 EUR einen Hin- und Rücktransfer zum Kitespot bekomme und die Kiteschule lagert für 35 EUR pro Woche mein Kitematerial ein, weil es im Hostel dafür keinen richtig geeigneten Ort gibt. Am Abend versuche ich im Hostel etwas Ruhe zu finden. Seit meinem Kurztrip nach Rio de Janeiro habe ich eine Erkältung und durch den Flug und die Klimaanlagen ist es leider noch schlimmer geworden. Ich fühle mich hundeelend.

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Ausblick vom Xamedu Hostel über Santa Maria

Weil ich aber endlich den Kitespot in Sal sehen möchte, lasse ich mich am nächsten Vormittag von Kite Verde abholen und mit zum Kite Beach nehmen. Am Strand befindet sich lediglich die Kiteschule von Weltmeister Mitu Monteiro, sonst gar nichts, auch keine Unterkünfte. Wer in Sal am Kite Beach kitesurfen möchte, ist auf einen Transfer bzw. ein Mietauto angewiesen. Es gibt weitere Spots direkt in Santa Maria am Strand und an der Westküste in Ponta Preta, aber an diesen Spots ist der Wind recht böig und ablandig und daher zieht es die meisten Kiter zum Kite Beach. Da die Saison auf Sal gerade erst beginnt, ist am Kitespot noch nicht viel los. Ich komme schnell mit der Französin Anais ins Gespräch, die schon seit einigen Tagen hier ist und den Spot bereits kennt. Mit meinem 12er Kite geht es für eine erste Session aufs Wasser, der Spot ist wunderschön und ich staune über das glasklare Wasser, was ich bei dem Wellengang nicht erwartet hätte. An die Wellen muss ich mich tatsächlich erst wieder gewöhnen, denn in Brasilien bin ich vorwiegend auf Flachwasser Spots gekitet und im Meer waren die Wellen nicht so hoch wie hier in Sal.

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Kite Beach in Sal

Als ich am späten Nachmittag zurück im Hostel bin, verbringe ich den Abend mit den Schwedinnen Jenny & Susann, dem Deutschen Markus und der Niederländerin Romy, das erste Mal dass ich auf meiner Reise jemanden mit meinem Namen treffe. Die Mädels gehen später noch aus, aber meine Erkältung zieht mich einfach nur ins Bett, ich bin nach dem Tag am Strand und im Wasser zu gar nichts mehr zu gebrauchen.

Am dritten Tag in Sal entscheide ich mich schweren Herzens gegens Kitesurfen, weil es mir immer noch nicht besser geht und ich Angst habe, dass sich die Erkältung sonst noch ewig lang hin zieht. Ich begleite die Mädels, die ich am Vorabend im Hostel kennengelernt habe zum Strand und wir relaxen in der Sonne, bis die Drei sich auf den Weg zum Flughafen machen müssen. Den Nachmittag verbringe ich total niedergeschlagen im Hostel und versuche, mit Ruhe gegen die anhaltende Erkältung und einen fiesen Reizhusten anzukämpfen.

Für die nächsten zwei Tage ist nur ganz wenig Wind gemeldet und ich nutze die Zeit, um zum ersten Mal etwas von der Insel zu erkunden. Zunächst fahre ich gemeinsam mit Markus mit dem öffentlichen Bus in die Hauptstadt Espargos und von dort weiter Richtung Westen in das kleine Hafenstädtchen Palmeira. Von hier wollen wir zu Fuß entlang der Küste bis zum sogenannten „Blue Eye“ laufen, wo sich an der felsigen Küste ein natürlicher Pool befindet und durch den einfallenden Sonnenschein in einer Höhle ein blaues schimmerndes Auge im Wasser zu erkennen ist. Nach etwa zwei Drittel des Weges und vielen Touristen Pick ups, die an uns vorbei ziehen, nimmt uns ein netter Einheimischer mit, der große Wassertanks geladen hat und offensichtlich dasselbe Ziel hat. Am „Blue Eye“ müssen wir 3 EUR Eintritt bezahlen, die ganze Anlage ist touristisch erschlossen, es gibt ein Restaurant und Souvenirshops. Das „Blue Eye“ können wir dank Sonnenschein bewundern und springen anschließend in den natürlichen Pool, den wir aufgrund der Mittagszeit plötzlich ganz für uns alleine haben.

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Natürlicher Pool am „Blue Eye“ an der Nordwestküste von Sal

Quer durch die Wüste machen wir uns später auf den langen Rückweg nach Espargos, aber auch hier werden wir auf den letzten Metern von einem Einheimischen mitgenommen, dessen Auto so alt und klapprig ist, dass ich jeden Moment damit rechne, dass es in tausend Einzelteile auseinander fällt.

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Mit Markus auf dem Rückweg nach Espargos

Für den nächsten Tag habe ich gemeinsam mit der Schwedin Sofia, die ich ebenfalls im Hostel kennengelernt habe, eine geführte Inselrundfahrt gebucht. Um 9 Uhr morgens geht es los und mit einigen anderen Leuten und zwei Pick ups geht es den kompletten Tag über die Insel mit diversen Stopps an den Highlights und Sehenswürdigkeiten auf Sal. An der Westküste befindet sich der Strand von Ponta Preta, der zu meinem absoluten Lieblingsort wird. Das Wasser ist glasklar und strahlt in verschiedenen Blautönen, zusammen mit dem hellen Sandstrand ist der Anblick absolut traumhaft.

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Ponta Preta

Etwas weiter nördlich halten wir in Murdeira an einer riesigen Bucht, wo man auf Sal die besten Bedingungen zum Schnorcheln findet. Von hier hat man den besten Ausblick auf den Monte Leão, der auch „sleeping Lion“ genannt wird, weil das seitliche Profil vom Berg wie ein schlafender Löwe aussieht. Am Nachmittag fahren wir an die Ostküste zur Shark Bay, wo man im knietiefen, wärmeren Wasser Lemon Sharks (Zitronenhaie) beobachten kann, die unglaublich nah heran kommen und sich bestaunen lassen. Ganz nah heran kommen nur die jungen Tier, aber etwas weiter entfernt tauchen an der Wasseroberfläche immer wieder die Rückenflossen von größeren Tieren auf und es ist fantastisch, das Ganze eine Zeit lang zu beobachten.

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Monte Leao an der Westküste von Sal

Als Tagesabschluss fahren wir in den kleinen Küstenort Pedra de Lume, wo sich die großen Salinen befinden. Umgeben ist der Ort von einer Hügellandschaft vulkanischen Ursprungs. Auf dem Boden des mit ca. 900 Metern Durchmesser größten der umliegenden Vulkankrater befindet sich eine Saline natürlichen Ursprungs. Der Boden des Kraters liegt unterhalb des Meeresspiegels, dadurch gelangt stetig Salzwasser ins Innere des Kraters und verdunstet dort. Das gewonnene Salz aus Pedra de Lume wurde bis 1930 exportiert (größtenteils nach Brasilien), heute besitzt die Salzproduktion fast keine Bedeutung mehr. Der Ort ist inzwischen touristisch erschlossen und die Besucher können in den Salzseen schwimmen. Ich bin total verblüfft, als ich mich nach ein paar vorsichtigen Schritten ins Wasser gleiten lasse und förmlich auf der Wasseroberfläche schwebe, das ist echt verrückt. Wenn ich mich auf den Bauch drehe, drückt es die Beine richtig nach oben, sodass man kaum schwimmen kann, es fühlt sich total ulkig an. Sobald man das Wasser verlässt und in der Sonne trocknet, bilden sich überall auf der Haut weiße Salzkristalle. Nach einer Dusche fühlt sich die Haut weich und zart an, das war also ein richtiges Beauty Programm.

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„Schweben“ in den Salinas in Pedra de Lume

Nach einem weiteren windfreien Tag, den ich zum Auskurieren nutze, fahre ich endlich wieder mit zum Kitespot und verbringe den ganzen Tag am Strand mit zwei tollen Sessions mit meinem 12er Kite. Ich gewöhne mich an die Wellen und es macht richtig Spaß am Spot. Ich bin froh, dass es mit meiner Erkältung endlich bergauf geht und fühle mich deutlich besser als in den letzten Tagen. Am Abend gehe ich mit Markus und Anais zu unserem Lieblingsrestaurant ins Cam’s, wo man ein super leckeres Thunfisch Steak mit Gemüse essen kann und als Nachtisch verschiedene Kuchen locken, ich entscheide mich für ein Stück Maracuja Schokolade. In den meisten lokalen Restaurants ist die Auswahl recht klein und das Essen ähnlich wie in Brasilien: Hühnchen oder Fisch mit Reis oder Pommes und Salat. Zum Glück wird hier aber nichts frittiert, sondern frisch gegrillt und schmeckt immer super lecker. In den vielen Strand Restaurants gibt es natürlich alles, was das Herz begehrt und vorallem viel Fisch und Meeresfrüchte sind auf den Speisekarten zu finden, aber fast zu europäischen Preisen.

Am kommenden Tag kiten Anais und ich nur am Vormittag und machen danach eine kleine Wanderung auf einen tollen Aussichtspunkt nördlich vom Kite Beach, von dem man einen Überblick über den gesamten Kitespot hat. Im Norden von Sal gibt es mehrere Berge, oder eher Hügel, denn die höchste Erhebung auf der Insel ist der Monte Grande mit gerade mal 405 Metern.

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tolle Wanderung mit Anais

Am Abend lernen wir im Hostel die Französin Julie kennen, die für zehn Tage auf Sal ist und hier das Kitesurfen lernen will. Wir machen uns auf den Weg zur Kiteschule Kite Verde, wo am Abend ein Barbecue stattfindet. Bei leckeren Caipirinhas und frisch gegrillten Thunfisch spießen kommen wir ins Gespräch mit dem französischen Pärchen Julie & Amyeric und ihrem Freund Vincent, die zu dritt nach Sal gekommen sind, um hier mit dem Kiten anzufangen. Wir verstehen uns auf Anhieb und gehen anschließend noch auf einen Drink in Buddys Bar, einem beliebten Treffpunkt auf der Strandpromenade in Santa Maria.

Für die nächsten Tage ist guter Wind gemeldet und wir lassen uns immer gleich mit dem ersten Transfer um 8.45 Uhr zum Kite Beach bringen und fahren erst 17 Uhr mit dem letzten Transfer wieder zurück zum Hostel. Ich genieße die Strandtage in Sal sehr, das Kiten auf dem wunderschönen Spot macht riesig viel Spaß, ich bin froh, dass meine Erkältung endlich abklingt und Anais und ich feuern die beiden Julie’s, Amyeric und Vincent bei ihren Kitestunden an und freuen uns über deren Erfolge auf dem Wasser. Die Abende verbringen wir fast immer zusammen, probieren verschiedene Restaurants in Santa Maria aus und Julie zaubert im Hostel für uns alle ein leckeres Ceviche mit frischem Fisch, den wir direkt von den Fischern am Pier in Santa Maria kaufen.

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von links: Vincent, Julie & Amyeric, Julie, Anais

Nach einigem Zögern probieren wir auch zwei traditionelle Gerichte auf Sal. Das sogenannte Cachupa ist das Nationalgericht der Kapverden, ein herzhafter Eintopf aus Süßkartoffel, Mais, Bohnen, Kichererbsen, Fleisch, Ei und Zwiebeln. Man bekommt Cachupa auch vegetarisch oder mit Fisch. Was uns so richtig Überwindung kostet, sind die sogenannten Percebes oder auch „Sea Fingers“. Die Percebes sind eine luxuriöse Meeresspeise, für deren Genuss man in europäischen Restaurants ein kleines Vermögen ausgeben muss. Sie gehören zur entfernteren Verwandtschaft der Krebse und wachsen im östlichen Atlantik. Die bizarr aussehende Delikatesse isst man mit den Händen und muss den steinernen Kopf vom restlichen Teil trennen, sodass das essbare Innere übrig bleibt. Ich habe noch nie Austern probiert, aber ich glaube der Geschmack ist sehr ähnlich. Auf jeden Fall eine spannende Erfahrung.

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Delikatesse des Meeres, sogenannte Percebes

Weil wir gern die anderen Spots auf Sal kennenlernen wollen, verbringen wir einen Nachmittag am Strand in Santa Maria, wo sich das Nautic Center mit einer Kite- und Tauchschule befindet. Der Wind ist super leicht und ich gehe mit meinem 12er aufs Wasser, aber so richtig viel Spaß macht es leider nicht. Der Wind ist sehr instabil und ablandig, was super schade ist, weil der Spot einfach traumhaft schön ist.

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Am Strand in Santa Maria

Am nächsten Tag kiten wir vormittags am Kitebeach und verbringen den Nachmittag zum Relaxen an der Westküste in Ponta Preta, wo wir sogar einige Kiter beobachten, aber auch hier sind die Bedingungen im Moment leider nicht optimal und wir belassen es beim Zuschauen.

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gigantischer Shorebreak am Strand von Ponta Preta

Einen weiteren windfreien Tag nutzen wir für eine gemeinsame Inseltour. Dafür wollen wir einen Pick-up mieten und klappern am Vorabend die Autovermietungen in Santa Maria ab. Weil wir zu siebt sind, entscheiden wir uns für einen Pick-up für 70 EUR und wollen am nächsten Tag 8 Uhr das Auto abholen. Kurz nach 8 Uhr am nächsten Morgen unterschreiben wir den Mietvertrag, zahlen das Auto und auch die Kaution und als uns die Mitarbeiterin das Auto übergeben will, taucht plötzlich ihr Kollege auf und teilt uns mit, dass das Auto nicht vermietet werden kann. Wir sind ganz schön perplex, immerhin haben wir eben den Mietvertrag unterschrieben und schon alles bezahlt. Letztendlich endet alles in einer langen Diskussion, für ein anderes oder alternativ zwei Autos sollen wir mehr bezahlen, was wir natürlich nicht wollen, so richtig wird kein Entgegenkommen gezeigt und wir sind ganz schön genervt. Wir verlangen unser Geld zurück und machen uns mit hängenden Köpfen auf den Weg, um eine andere Autovermietung anzusteuern. Auf dem Weg sprechen wir am Straßenrand spontan einen Einheimischen an, der mit Putzlappen zu Gange ist und seinen Minivan auf Vordermann bringt. Nach etwas Verhandlung erklärt er sich bereit, uns den ganzen Tag über die Insel zu fahren und wir bezahlen nur 60 EUR. Also sparen wir sogar noch Geld, niemand von uns muss am Steuer sitzen und wir haben alle gemütlich Platz im Bus, das war doch mal eine super Wendung. Zusammen steuern wir den ganzen Tag diverse Spots auf der Insel an, schwimmen natürlich nochmal in den Salinas in Pedra de Lume und beobachten die Haie in Shark Bay. Auch wenn ich die meisten Orte bereits gesehen habe, so genieße ich den super lustigen Tag mit fantastischen Leuten und bin froh, dass ich auch hier in Sal so großartige Begegnungen gemacht habe.

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von links: Anais, Julie & Amyeric, Vincent, Daniel aus Italien, Julie

Ein besonders schönes Erlebnis auf Sal ist das Beobachten von frisch geschlüpften Schildkröten, auf dem Weg von ihren Nestern zum Meer. Im Sommer legen die Schildkröten überall am Strand ihre Eier ab und bis Oktober schlüpft der Nachwuchs und tausende Mini Schildkröten beginnen ihr langes Leben. Leider werden die Tiere oft von künstlichem Licht wie z.B. Autoscheinwerfern angelockt und laufen dann Richtung Straße und nicht zum Meer. Auf der Fahrt von Santa Maria zum Kite Beach finden wir in der Wüste immer wieder verirrte Schildkröten Babys, die wir mit zum Strand nehmen und dann vorsichtig ins Wasser setzen. Es ist wunderschön mit anzusehen, wie sich die sogenannten „Hatchlings“ schnurstracks Richtung Meer bewegen und ich bin glücklich, so etwas erleben zu dürfen.

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frisch geschlüpfte Schildkröten am Kite Beach

An meinem letzten Kitetag in Sal miete ich bei Kite Verde ein Surfboard und bin total aufgeregt, als ich mich damit aufs Wasser stürze. Im Sommer 2017 habe ich in Kroatien das erste Mal ein Surfboard ohne Fußschlaufen ausprobiert, damals aber in Viganj auf Flachwasser ohne große Wellen. Nach einigen Anläufen gelingt es mir, ohne Probleme hin und her zu fahren und es macht unheimlich viel Spaß. Tatsächlich ärgere ich mich ein bisschen, dass ich bis zum letzten Tag damit gewartet habe, aber ich beschließe, dass ich in Kapstadt daran anknüpfen und ein paar Stunden nehmen möchte, um die Wende und das Kiten in Wellen zu lernen. Zum Abschluss begleite ich einen der Kitelehrer von Kite Verde downwind zurück nach Santa Maria. Es ist nur ein kurzer, aber sehr schöner Downwinder und ich genieße die letzte Session auf Sal, bevor ich mein ganzes Equipment für die Weiterreise nach Marokko zusammen packen muss.

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zum ersten Mal „strapless“ in den Wellen von Sal

Anais reist weiter nach Brasilien, die beiden Julies, Amyeric und Vincent fliegen wieder in die Heimat nach Frankreich. Wir genießen ein letztes Abendessen zusammen und verabschieden uns schweren Herzens voneinander. Ich habe noch einen Vormittag, um alles in Ruhe fertig zu packen und mache mich am 9. November auf den Weg zum Flughafen in Espargos, um Sal nach gut zwei Wochen wieder zu verlassen. Seit Tagen mache ich mir Gedanken, ob dieses Mal alles gut gehen wird mit dem Kite Gepäck. Meinen Flug nach Dakhla habe ich mit Binter Airlines gebucht und auf der Webseite werde ich nicht so richtig schlau, ob Sportgepäck angemeldet werden muss oder nicht. Ich habe es per E-Mail und telefonisch versucht, aber leider ohne Erfolg und irgendwie beschleicht mich ein komisches Bauchgefühl. Ich bin gespannt, was die Weiterreise bringt ….

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