Familienzeit in Kapstadt

Zum zweiten Mal bekomme ich auf meiner Reise Familienbesuch und freue mich auf meine Zwillingsschwester Rosi, meinen Schwager Martin und meinen kleinen Neffen Michael, den ich seit über zehn Monaten nicht gesehen habe. Die Drei fliegen am 15. Dezember 2018 nonstop mit Lufthansa von München nach Kapstadt. Ich bin rechtzeitig am Flughafen und warte ganz gespannt im großen Ankunftsbereich, wo man durch eine Glasscheibe seinen Liebsten schon mal zuwinken kann, sobald sie aus dem Flugzeug ausgestiegen sind und zur Passkontrolle laufen. Es dauert noch eine Weile, bis sie ihr Gepäck bekommen, doch dann schließen wir uns endlich in die Arme und mir fällt ein riesiger Stein vom Herzen, dass der kleine Michi seine Tante noch erkennt!

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mit Rosi, Michi und Martin am Flughafen in Kapstadt

Mit ein bisschen Mühe zwängen wir zwei große Koffer, Martins Angelausrüstung, zwei Rucksäcke und den Kinderwagen ins Mietauto, was ich bereits am Vortag abgeholt habe. Zum Glück habe ich mein ganzes Gepäck schon in unsere Unterkunft gebracht, im Auto wäre jetzt definitiv kein Platz mehr dafür. Da muss ich doch tatsächlich schmunzeln, dass ich mit nur 10 Kg Handgepäck für ein Jahr unterwegs bin.

Vom Flughafen fahren wir zunächst nach Süden nach Hout Bay, weil wir erst am Nachmittag in unser gebuchtes Airbnb Apartment in Constantia einziehen dürfen. Hout Bay ist ein Vorort von Kapstadt und hat eine wunderschöne hufeisenförmige Bucht mit kleinem Hafen. Direkt am Strand gehen wir zum Frühstücken in das Restaurant „Dunes“, was mit einem tollen Spielplatz im Sand perfekt für Kinder ist. Die Drei kommen erstmal in Ruhe an, genießen die herrlich warme Sonne und nach einer Stärkung laufen wir natürlich noch ans Wasser, damit Rosi, Martin und Michi die Füße in den kalten Atlantik halten können. Am frühen Nachmittag schlendern wir durch Groot Constantia, eines von vielen wunderschönen Weingütern. Im Schatten relaxen wir ein bisschen und machen schon erste Pläne für die gemeinsamen zweieinhalb Wochen in Kapstadt.

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Hout Bay

Am späten Nachmittag beziehen wir unser gebuchtes Airbnb Apartment, ein altes Farm Cottage inmitten eines riesigen wilden Gartens auf dem Anwesen von Camilla und Clive in Constantia, der Weinregion in Kapstadt. Im Haus haben wir zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad und eine Küche, alles ist mit englischen Möbeln aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet, wir fühlen uns tatsächlich erstmal ein bisschen wie im Museum. Es ist gemütlich, rundherum ums Haus ist nur Garten, wir haben so richtig unsere Ruhe. Auf dem Grundstück gibt es sogar einen schönen großen Pool, den wir benutzen dürfen. Nach einem Großeinkauf im Supermarkt und einem schnellen Abendessen in Constantia fallen wir müde in die Betten. Rosi und Martin haben ihr Schlafzimmer ganz für sich allein, ich schlafe zusammen mit Michi im zweiten kleineren Schlafzimmer und bin mal gespannt, wie das so klappen wird.

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Einzug in unser Airbnb Apartment in Constantia

Den nächsten Vormittag lassen wir ruhig angehen, baden im Pool und schmieden Pläne, was wir uns in Kapstadt alles anschauen wollen. Natürlich steht fest, dass wir immer etwas unternehmen werden, wo auch der kleine Michi auf seine Kosten kommt. Zum Glück ist Kapstadt unheimlich kinderfreundlich und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, was wir gemeinsam unternehmen können. Wir machen uns am Nachmittag auf den Weg nach Muizenberg, einem Vorort von Kapstadt, der an der False Bay liegt, also auf der Ostseite vom Kap. Hier gibt es einen endlos langen Strand und das Wasser ist etwas wärmer als an den Stränden auf der Westseite. Der 17. Dezember ist ein Feiertag in Südafrika und das kriegen wir gleich so richtig zu spüren, am Strand tummeln sich tausende Menschen, kaum ein Fleckchen ist unbesetzt. Das Gewimmel ist uns ein bisschen zu viel und wir fahren noch weiter Richtung Süden, wo der Strand immer leerer wird. Während wir die Sonne genießen und Sandburgen bauen, nimmt Martin erste Tuchfühlung mit einheimischen Anglern auf und lässt sich ein paar Tipps zu den Bedingungen in und um Kapstadt geben. Zum Abendessen fahren wir noch ein Stück weiter Richtung Süden bis nach Kalk Bay, einem kleinen Fischerort an der False Bay mit zahlreichen kleinen Restaurants und Bars entlang der Strandpromenade.

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Am Strand in Muizenberg

Das man in Kapstadt vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann, zeigt sich direkt am nächsten Tag. Es regnet in Strömen und wir entscheiden uns für einen Ausflug zum Two Oceans Aquarium an der Waterfront in Kapstadt. Gleich am Vormittag ist es noch nicht zu voll und wir sind begeistert von den riesigen Aquarien mit unzähligen Arten, sogar Haie und Schildkröten sind mit dabei. Für einen Familienausflug bei schlechtem Wetter absolut empfehlenswert.

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Martin und Michi vor einem der großen Aquarien

Zum Mittagessen schlagen wir uns am Food Market die Bäuche voll und Rosi & Martin sind vom Essen in Kapstadt genauso begeistert wie ich. Am Nachmittag verziehen sich die Regenwolken und es wird schön warm und sonnig, sodass wir gemütlich an der Waterfront entlang bummeln können. Die Waterfront ist ein ehemaliges Hafengebiet, was Anfang der 90er Jahre zur Nr. 1 Touristenattraktion in Kapstadt avancierte. Hunderte Geschäfte, Restaurants, Hotels, Bars, Kinos, Museen, Büros, luxuriöse Wohnungen inmitten des Hafens machen dieses Areal zu einer Hauptattraktion in Südafrika. Für viele Kapstadt Urlauber ein beliebter und regelmäßiger Anlaufpunkt, wird uns die Waterfront jedoch irgendwann zu voll und wir flüchten auf dem Heimweg zur Camps Bay, um noch ein bisschen den Strand und das Meer zu genießen.

Ein Ausflug führt uns nach Hout Bay ins „World of Birds“, einem der größten Vogelschutzgebiete in Südafrika. Neben unzähligen Vogelarten können hier auch Reptilien und Affen bestaunt werden. Weil wir erst am Nachmittag dort sind, ist der große Besucherandrang zum Glück schon vorbei und wir können ganz entspannt durch die riesige Anlage laufen und die vielen Tiere zum Teil aus nächster Nähe bestaunen.

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Im „World of Birds“ in Hout Bay

Natürlich locken uns auch die vielen Strände, die es in und um Kapstadt gibt. Wir folgen einer Empfehlung und fahren zum kleinen und versteckten Llandudno Beach, der einer der schönsten in der Gegend sein soll. Es wird nicht zu viel versprochen, denn der kleine, malerisch schöne Strand mit weißem Sand wird von riesigen Felsen umrahmt und das Meer strahlt in einem fantastischen blau. Es gibt nur wenige Parkplätze am Llandudno Beach und der Andrang ist in Stoßzeiten recht groß, aber es lohnt sich und man wird mit einem wirklich wunderschönen Strandausflug belohnt.

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Llandudno Beach

Gemeinsam mit Rosi, Martin und Michi geht es für mich zum zweiten Mal auf den Tafelberg. Eine Wanderung auf Kapstadts Wahrzeichen ist mit Kinderwagen natürlich nicht möglich, deswegen nehmen wir die Gondel und schlendern auf dem Gipfel eine ganze Weile entlang, genießen die Aussicht über Kapstadt und den Atlantik, bevor wir ebenfalls mit der Gondel auch wieder hinunter fahren. Am Abend besuchen wir den Food Market in Hout Bay, den ich ebenfalls bereits kenne. Leider ist es super voll und wir müssen mehr oder weniger im Stehen essen, weil die wenigen Tische alle belegt sind. Es gibt viele Köstlichkeiten zum Probieren, es spielt eine tolle Live Band und eigentlich möchte man gern etwas verweilen, aber mit Kleinkind ist es etwas schwierig und wir treten relativ schnell den Heimweg an.

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auf dem Tafelberg

Ebenfalls von Hout Bay treten wir eine Bootsfahrt nach Duiker Island an, wo eine große Robbenkolonie lebt. Schon im Hafen sehen wir einige Tiere im Wasser, einige Fischerleute haben die Tiere sogar schon dazu gebracht, ihnen Fischstückchen aus der Hand zu fressen und wir dürfen es auch mal probieren.

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Robben füttern am Hafen von Hout Bay

Mit dem Boot geht es dann in ca. 30 Minuten Richtung nach Duiker Island. Auf der etwa 1.500 m² großen Insel tummeln sich tausende von Robben. Wir kommen so nah heran, dass wir sogar das Gebrüll der männlichen Tiere hören können und auch im Wasser tauchen immer wieder einige Robben auf und machen sogar viele Sprünge, das ist ein tolles Schauspiel. Mit dem Boot fahren wir noch ein Stück weiter bis an der Küste das große Schiffswrack BOS400 auftaucht, was schon 1994 hier auf Grund gelaufen ist. Das Schiff sollte damals vom Kongo nach Kapstadt geschleppt werden und in einem Sturm riss das Abschleppseil und die BOS400 strandete am Duiker Point, wo sie seither nur noch von Touristen und Tauchern bestaunt wird.

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Robbenkolonie auf Duiker Island

Den wunderschönen Botanischen Garten in Kirstenbosch habe ich bereits besucht, hatte mir aber fest vorgenommen, gemeinsam mit Rosi, Martin & Michi zu einem der immer am Sonntag stattfindenden Sommerkonzerte zu gehen. Die Tickets habe ich online gebucht und mit einem vollen Picknickkorb machen wir uns am Tag vor Weihnachten, am 23. Dezember auf dem Weg zum Botanischen Garten. Erst am Eingang, als ich die Tickets hervor hole, stelle ich erschrocken fest, dass ich nicht den 23. Dezember, sondern den 30. Dezember, also einen Sonntag später gebucht habe. Na was für ein Schlamassel. Als wir schon Alternativpläne schmieden, wo wir jetzt am besten unser Picknick machen, bemerken wir, dass die Tore offen stehen und gar keine Tickets kontrolliert werden. Prompt schließen wir uns der Meute an und schlendern nun doch durch den Botanischen Garten. Direkt an der großen Konzertbühne gibt es dann doch noch eine Ticketkontrolle, aber wir suchen uns einfach ein gemütliches Plätzchen auf einer der außerhalb von der Konzertwiese gelegenen Rasenflächen und genießen dann tatsächlich ein wunderschönes Konzert von Boney M. Glück gehabt!

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Picknick im Botanischen Garten in Kirstenbosch

Natürlich gehen wir eine Woche später nochmal nach Kirstenbosch, wollen wir doch das tatsächlich gebuchte Konzert auch noch genießen. Dieses Mal steht die Afro-soul Sängerin Lira auf der Bühne, wir suchen uns einen Platz direkt auf der Konzertwiese und wieder ist es ein wunderschönes Erlebnis, inmitten des Botanischen Gartens, mit leckerem Picknick, schönem Wetter und großartiger Musik.

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Live Konzert im Botanischen Garten in Kirstenbosch

Am Weihnachtstag, dem 24. Dezember gehen wir am Vormittag nochmal zum Baden an den langen Strand in Muizenberg, der einer der beliebtesten Surfspots in Kapstadt ist. Als wir gerade ins Wasser gehen wollen, ertönt der Haialarm und alle Surfer und Schwimmer müssen das Wasser schleunigst verlassen. Angeblich gibt es nirgendwo auf der Welt so viele Weiße Haie wie in Muizenberg. Die Strände und Gewässer in Kapstadt werden von sogenannten Shark Spottern beobachtet. Wird ein Raubfisch gesichtet, ertönt ein Warnsignal. An den gefährdeten Stränden gibt es ein Flaggen Warnsystem. Eine von vier verschiedenen Flaggen zeigt dem Besucher an, ob keine Gefahr besteht (grün), ein Risiko besteht (rot), die Sichtungsbedingungen schlecht sind (schwarz) oder das gerade ein Hai gesichtet wurde (weiß). Nach dem Alarm wird überall am Strand die weiße Fahne gehisst und für ungefähr eine halbe Stunde setzt niemand mehr einen Fuß ins Wasser. Etwas später füllt sich der Surfspot wieder mit Wellenreitern und auch zum Baden gehen viele Besucher ins Wasser. Schon irgendwie ein komisches Gefühl und wir sind nach einem kurzen Erfrischen ziemlich zügig wieder auf dem Trockenen.

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Muizenberg

Den Weihnachtsnachmittag gehen wir entspannt an, kaufen nochmal ein und gehen am Abend gemütlich im griechischen Restaurant Spiro’s in Hout Bay essen. Der Tag verlief so ganz anders als Zuhause, aber wir haben den Weihnachtstrubel gar nicht vermisst. Unsere Gastgeber Camilla und Clive feiern erst am 25. Dezember Weihnachten und begehen diesen Tag traditionell mit einem späten Weihnachtsmittagessen, wozu wir eingeladen sind. Neben ihren drei Kindern sind noch andere Verwandte und Freunde da und die ganze Familie hat zusammen dekoriert und gekocht. Für uns ist es eine Weihnachtserfahrung der ganz anderen Art, weil bei herrlichem, warmen Wetter draußen im Garten gegessen wird und es sich eigentlich gar nicht so richtig wie Weihnachten anfühlt. Am späten Nachmittag gibt es dann noch ein lustiges Ereignis, weil Martin angeboten hat, für eine Schwedische Familie, die ebenfalls auf dem Anwesen von Camilla wohnt, den Weihnachtsmann zu spielen. Camilla stellt einige Verkleidungsutensilien bereit und mit ein paar Kissen unterm Mantel wird die Verwandlung perfekt. Als Martin alias „Santa“ in voller Montur aus dem Haus tritt und sich auf den Weg zum Ferienhaus der Schweden macht, ist die Freude riesengroß und alle staunen nicht schlecht. Nicht mal der kleine Michi hat Berührungsängste und lässt sich vom Weihnachtsmann sogar bereitwillig auf den Arm nehmen.

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Rosi, Michi und der Weihnachtsmann

Wenn wir schon mal in Südafrika sind, wollen wir natürlich auch ein bisschen Safari-Luft schnuppern. Weil Michi erst 2 Jahre alt ist und eine Tagestour zu lang wäre, entscheiden wir uns für ein anderthalbstündiges „Game Drive“ im Naturreservat Buffelsfontein. Auf dem großen Pick-Up Truck ist außer uns nur noch eine andere deutsche Familie und wir haben einen super netten Ranger, der uns durch das große Reservat fährt und immer wieder Stopps einlegt, um etwas über die Tiere zu erklären. Wir sehen Zebras, Giraffen, Springböcke, Nashörner, Löwen und sogar zwei Geparden, die aus Gefangenschaft befreit wurden und seither hier in einem schönen großen Gehege leben. Die Büffel haben sich leider versteckt und waren nicht aufzufinden, weil sie gerade Nachwuchs haben. Trotzdem haben wir die Tour sehr genossen und viele verschiedene Tiere aus nächster Nähe beobachten können.

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Nashörner im Buffelsfontein Nature Reserve

Ein weiterer Ausflug zieht uns nach Noordhoek, einem Küstenvorort mit riesigem breitem Sandstrand. Von Hout Bay gelangen wir über den sogenannten Chapman’s Peak Drive nach Noordhoek, einer der schönsten Panoramastraßen der Welt. Die neun Kilometer lange Küstenstraße schlängelt sich in 114 Kurven zwischen Meer und steilen Felswänden entlang und führt dabei über den Chapman’s Peak, einen 160 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt. Die Aussicht von dort Richtung Norden nach Hout Bay und Richtung Süden nach Noordhoek und Kommetjie ist atemberaubend!

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Ausblick vom Chapman’s Peak Richtung Süden nach Noordhoek

In Noordhoek besuchen wir den riesigen Strand, der besonders bei Reitern sehr beliebt ist, weil es einer von wenigen Stränden in Kapstadt ist, wo Pferde erlaubt sind. Immer donnerstags findet im Cape Point Weingut ein Food Market statt, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Lage des wunderschönen Weinguts ist einfach fantastisch mit weitem Ausblick über Noordhoek bis zum Strand und das Meer. Überall auf der Wiese tummeln sich die Besucher auf Picknickdecken, es gibt verschiedene Essensstände und einen kleinen See, wo man gemütlich spazieren oder Wasservögel beobachten kann, ein absolut traumhaftes Fleckchen Erde.

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Weingut Cape Point Vineyards in Noordhoek

Rosi und ich machen zusammen mit Michi einen Tagesausflug zum Kap der guten Hoffnung. Martin wünscht sich einen Angeltag und wir setzen ihn in Kalk Bay ab, wo er am kleinen Hafen sein Angelglück versuchen will. Auf dem Weg Richtung Süden machen wir in Simon’s Town einen Stop am Boulders Beach, wo eine Pinguin Kolonie lebt. Über einen angelegten Holzsteg kommt man ganz nah an die Tiere heran, die am Strand die Schnäbel in die Sonne halten oder sich in die kalten Fluten stürzen, ein witziger und schöner Anblick.

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Pinguin Kolonie am Boulders Beach in Simon’s Town

Am Kap der guten Hoffnung stehen wir leider erst mal fast eine halbe Stunde im Stau, weil jeder Besucher an der Zufahrt zum Cape Point Nationalpark Eintritt bezahlen muss. Mit 300 Rand pro Person (ca. 20 EUR) ist das eine der teuren Attraktionen in Kapstadt, aber für uns natürlich ein Muss. Am südwestlichsten Punkt Afrikas bestaunen wir die steil empor ragenden Felsen, das tosende Meer und die unendliche Weite. Auf dem Meeresgrund liegen hier wohl bereits 23 Schiffe, die den gefährlichen Felsen, der starken Strömung und den noch stärkeren Winden zum Opfer gefallen sind. Natürlich machen wir auch ein Beweisfoto, bevor wir uns auf die Rückfahrt machen.

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am Kap der guten Hoffnung

Im Nationalpark gibt es wunderschöne Buchten und Strände, die zum Spazieren, Picknicken und Baden einladen. Wir entscheiden uns für die Buffels Bay, eine kleine Bucht mit weißem Sandstrand, türkisblauem Wasser und schönen Liegewiesen zum Entspannen. Das Wasser ist wärmer als in Kapstadt und wir trauen uns zum Baden ganz hinein, genießen das traumhafte Wetter und würden am liebsten ewig hier verweilen, weil es so herrlich ist.

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traumhafte Bucht im Cape Point Nationalpark – die Buffels Bay

Auf dem Rückweg fahren wir eine etwas andere Route, um uns die Küstenorte Scarborough und Kommetjie anzuschauen. Zwischen den beiden Küstenorten liegen die beiden Kite Spots Misty Cliffs und Witsand, die absolut magisch aussehen. Tatsächlich sind auch viele Kiter auf dem Wasser, aber meine Ausrüstung habe ich leider nicht dabei. Hierher werde ich definitiv nochmal zurück kommen, solange ich in Südafrika bin.

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Kitespot in Witsand

Zusammen machen wir einen Ausflug nach Big Bay und Blouberg, damit die Drei auch mal das bunte Treiben auf dem Wasser erleben können. Natürlich habe ich diesmal mein Equipment dabei und komme auch zu einer kurzen Kite Session. Ich freue mich, dass meine Familie am Strand mit dabei ist und den tollen Moment mit mir teilen kann, hier in Kapstadt vor der traumhaften Kulisse des Tafelbergs Kiten zu können. Zum Abschluss eines tollen Tages gehen wir zum Abendessen in Ons Huisie, was wie so viele andere Restaurants in Kapstadt einen tollen Spielplatz hat, über eine separate Kinderspeisekarte verfügt und einen Restaurantbesuch mit Kleinkind entspannt möglich macht, was Rosi und Martin von Deutschland so gar nicht kennen.

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mit Rosi am Kitespot in Blouberg

In Hout Bay besuchen wir das tolle Clay Café, wo man nicht nur super gut essen, sondern selbst Keramik bemalen kann. Über verschiedene Empfehlungen sind wir darauf aufmerksam geworden und sind letztendlich selbst total positiv überrascht über diesen schönen Ort und die spitzenmäßige Idee. Aus vielen verschiedenen Teilen kann man sich seinen Favorit heraus suchen und anschließend mit unterschiedlichsten Farben bemalen oder diverse Tupf- und Kratztechniken anwenden. Alle Utensilien werden zur Verfügung gestellt, Groß und Klein ist mit voller Hingabe dabei und es entstehen richtige Meisterwerke. Rosi und ich bemalen jede zwei Teile, während Martin und Michi im großen Außenbereich den Spielplatz unsicher machen. Am Ende müssen wir unsere Werke im Café lassen, weil diese natürlich noch im Ofen gebrannt werden müssen. In einigen Wochen werde ich sie dort abholen und bin schon ganz gespannt auf das Ergebnis.

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unsere selbst bemalte Keramik im Clay Café in Hout Bay

Am Silvestertag fahren wir zum Baden in das wunderschöne Silvermine Naturschutzgebiet, wo man in einem See bei herrlich warmen 26 Grad baden kann, was im Gegensatz zum eiskalten Atlantik eine richtiger Genuss ist. Am Abend bleibt Martin mit Michi Zuhause, damit zumindest Rosi und ich den Jahreswechsel feiern können. Wir fahren nach Blouberg und treffen uns mit guten Freunden aus München, die ebenfalls für zwei Wochen Urlaub nach Kapstadt gekommen sind. Um Mitternacht gehen wir an den Strand, der von hunderten Menschen bevölkert ist. Punkt 12 Uhr gibt es sowohl an der Waterfront in Kapstadt als auch am Strand in Blouberg ein offizielles Feuerwerk und wir können von unserem Platz aus beide Spektakel hervorragend genießen.

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Silvesterfeier mit Freunden aus München

In Kapstadt kommt für uns keine Langeweile auf. Nur wenige Vormittage verbringen wir bei unserer Unterkunft am Pool, meistens zieht es uns irgendwohin um einen neuen Strand zu erkunden oder einen der vielen schönen Plätze in Kapstadt zu besuchen. Wir genießen das fantastische Essen auf den bunten Food Markets oder grillen auf unserer Terrasse an den lauen Sommerabenden. Mit unserem Mietauto sind wir flexibel und außerhalb des Stadtzentrums kommt man auch ohne größere Staus in kurzer Zeit überall hin. Entgegen anfänglicher Sorgen fühlen wir uns in Kapstadt sicher. Die Südafrikaner sind herzliche und sehr familienfreundliche Menschen, was uns gut gefällt. Das hier dennoch sehr viel Armut herrscht, zeigen die vielen Townships, an denen wir immer wieder vorbei fahren oder die Straßenverkäufer, die eigentlich an jeder Kreuzung versuchen, ein bisschen Geld zu verdienen. In Kapstadt ist der Kontrast zwischen Wohlstand und Armut enorm und zeigt uns, wie gut wir es in Deutschland haben, was man manchmal gar nicht richtig zu schätzen weiß.

Die gemeinsame Zeit könnte ewig so weiter gehen, aber auch der schönste Urlaub ist irgendwann zu Ende und am 2. Januar treten Rosi, Martin und Michi die Heimreise nach Deutschland an. Ich bin dankbar für diese wunderbaren, fröhlichen Tage und die vielen tollen Erlebnisse in Südafrika. Der Besuch hat die Sehnsucht nach meiner Familie erträglicher gemacht und ich freue mich darauf, auch den Rest meiner Liebsten im Februar wieder in die Arme schließen zu können. Doch bis dahin warten noch wunderbare sechs Wochen in Südafrika auf mich und ich werde das Abenteuer meines Lebens bis zur allerletzten Sekunde in vollen Zügen genießen.

3 Kommentare zu „Familienzeit in Kapstadt

  1. Rosi Häßelbarth 6. Januar 2019 — 2:09

    Es war ein wunderschöner Familienurlaub im atembraubenden Südafrika, der uns lange in Erinnerung bleiben wird. Danke für die schöne Zeit mit Dir in Kapstadt Schwesterherz :-*

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  2. Martina Bochmann 7. Januar 2019 — 12:38

    Toll, Romy!!!!!!!!!!!! Familie, Schildkrötel, Pinguine, Haie! :-O -super!!! Viel Spaß noch!!

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    1. Liebe Martina, vielen Dank für Dein Feedback! Ich bin jetzt zwei Wochen entlang der Gardenroute unterwegs. Am 19. Februar komme ich zurück nach München und werde dann schnellstmöglich bei Euch vorbei schauen! Liebe Grüße aus Südafrika

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