Fazit Elternzeitreise

Seit der Rückkehr von unserer zweimonatigen Elternzeitreise ist schon ein Monat vergangen, es ist unglaublich, wie die Zeit verfliegt. Jeden Tag denken wir an die ereignisreichen Wochen auf Korsika und Sardinien zurück und sind dankbar, diese großartige Zeit zusammen mit unserem Leon erlebt zu haben.

Start unserer Reise: 18. Mai 2021 in Malcesine am Gardasee.

Unser erstes großes Camping Abenteuer als Familie war absolut einmalig. Natürlich ist eine Reise mit Baby anders, alles dreht sich um die Essens- und Schlafenszeiten vom Kind, das hat nun mal absolut Vorrang. Wir sind glücklich, dass Leon es uns so leicht gemacht hat. Er hat überall ganz problemlos seinen Brei gegessen, egal ob im Hochstuhl, unterwegs im Auto, aus dem Thermobecher am Strand oder beim Stadtbummel im Buggy. Wenn wir tagsüber unterwegs waren und ihn nicht zum Schlafen im Wohnwagen hinlegen konnten, hat er während der Autofahrt im Maxi Cosi, im Buggy oder in der Babytrage geschlafen, wodurch wir tolle, gemeinsame Ausflüge machen konnten. Während der Reiseplanung dachten wir, dass es problematisch sein könnte, dass Leon zum Start unserer Reise bereits 7 Monate alt ist und womöglich schon recht mobil sein wird. Im Nachhinein betrachtet, war es perfekt, dass er eben kein kleines Baby mehr war, denn so hat er alles schon ganz bewusst miterlebt und wir konnten die vielen Erlebnisse ganz anders mit ihm teilen, als wenn er einfach immer nur nebendran auf der Krabbeldecke gelegen hätte. Und trotz seiner beginnenden Mobilität mit Sitzen, Krabbeln, Aufstehen musste sich nicht ständig einer von uns beiden an Leons Fersen heften. Denn so lange die Umgebung ungefährlich war, haben wir ihn erkunden und entdecken lassen und uns auch nicht verrückt gemacht, wenn er Steine oder Stöckchen in den Mund gesteckt hat, da sind wir tatsächlich sehr entspannte Eltern.

Leon mit 7 Monaten am Anfang unserer Reise, am Cap Corse auf Korsika.

Trotz Wohnwagen (mit dem viele ja bewusst stationär den ganzen Urlaub auf nur einem Campingplatz verbringen), wollten wir während unserer Reise so mobil, wie möglich bleiben und viel von Korsika und Sardinien sehen. Wir sind froh, dass uns das sehr gut gelungen ist. Nach den ersten Platzwechseln waren Patrick und ich super routiniert im „Auf- und Abbau“ unseres Wohnwagens. Patrick hat sich immer um alles „äußere“ gekümmert, wie z.B. Stromversorgung, Frischwasser, Wohnwagenstützen, Fahrradträger, etc. und ich habe mich um alles „innere“ gekümmert, wie z.B. Fenster schließen, Kleidung aufräumen, Inventar sichern, etc. So hatten wir recht schnell gewohnte Abläufe und der Abbau am alten, bzw. Aufbau am neuen Campingplatz war dann jedes Mal recht zügig erledigt.

Einer von sechs tollen Campingplätzen, die wir auf Korsika besucht haben.

In neun Wochen waren wir auf insgesamt 18 verschiedenen Campingplätzen (6 auf Korsika und 12 auf Sardinien). Gerade auf Korsika und Sardinien zieht es viele Camper zum „freien“ Übernachten an abgelegene Strände und Buchten, was nicht erlaubt ist, aber trotzdem immer mehr gelebt wird. Das finden wir sehr schade. Es gibt unzählige, tolle Campingplätze, für jeden Geschmack ist etwas dabei und dann sollte man unserer Meinung nach nicht mitten in der Natur campen. Die 18 Campingplätze, auf denen wir zwischen einer Nacht und einer Woche gestanden sind, waren zum Teil sehr unterschiedlich. Es waren sehr kleine, familiäre Plätze dabei, ohne Restaurant und Supermarkt bis hin zu großen Plätzen mit Poolanlage, Bar, Restaurant, Sportangebot etc. Allen Plätzen konnten wir etwas abgewinnen und wir sind froh, dass wir trotz Wohnwagen so flexibel geblieben sind und viel von den beiden Inseln sehen konnten. Auf Facebook haben wir oft davon gelesen, dass es beim „Wildcampen“ Einbrüche in Camper gab und Wertgegenstände gestohlen worden sind. Auf den Campingplätzen ist uns nichts dergleichen passiert, wir haben uns immer sehr sicher gefühlt, haben den Wohnwagen auch nicht abgeschlossen, wenn wir beispielsweise am Strand waren und nachts haben wir unser Kite Material ohne Bedenken draußen liegen lassen. Es ist nie etwas weg gekommen.

„Chez Antoine“ auf Korsika – einer unserer schönsten Stellplätze.

Mit Kind war es für uns außerdem sehr nützlich, dass an fast jedem Campingplatz Waschmaschinen zur Verfügung stehen. Tatsächlich habe ich fast jede Woche zwei Maschinen Wäsche gewaschen, damit wir immer mit sauberer Kleidung und Handtüchern ausgestattet waren. Weil wir für Leon keine Babywanne mitgenommen hatten, haben wir ihn immer mit unter die Dusche genommen, was super gut geklappt hat. In einigen Sanitäranlagen gab es sogar eine separate Familiendusche mit mehr Platz, Wickeltisch, etc., das hat uns sehr gut gefallen. Generell haben wir die Campingplatz Sanitäranlagen in den meisten Fällen als sehr sauber empfunden und auf fast jedem Platz mehrmals täglich Reinigungspersonal beobachtet. Natürlich ist es trotzdem anders als Zuhause, aber das stört uns persönlich nicht. Wir hätten sogar die Möglichkeit gehabt, Dusche und WC im Wohnwagen zu benutzen, was wir aber nie gemacht haben.

Das beste Waschhaus hatte der Campingplatz International Valledoria auf Sardinien.

Für die Reise haben wir uns kein bestimmtes Reisebudget festgelegt, haben jedoch im Vorfeld eine grobe Kostenkalkulation mit Schätzwerten erstellt, um einen Überblick zu haben, auf welche Ausgaben wir uns in etwa einstellen müssen. Letztendlich hat uns die gesamte Reise (62 Tage) etwa 6.000 EUR gekostet. Die beiden größten Kostenblöcke waren zum einen die Campingplätze, mit durchschnittlich 34 EUR / Nacht (inkl. Strom) und die Verpflegung mit ebenfalls durchschnittlich 34 EUR / Tag. Darin sind alle Einkäufe, Restaurantbesuche (etwa 1 – 2 x pro Woche) und Snacks / Drinks eingerechnet. Tatsächlich waren die Lebensmitteleinkäufe deutlich teurer, als im Vorfeld gedacht. Sowohl auf Korsika, als auch auf Sardinien gibt es sehr große Supermärkte, in denen man einfach alles bekommt, aber teilweise zu deutlich höheren Preisen als bei uns. Weitere Kostenblöcke waren knappe 700 EUR für Diesel und Mautgebühren, etwas über 900 EUR für die vier Fährfahrten, die wir gebucht haben (davon zwei mit Kabine) und knappe 300 EUR für sonstige Ausgaben (Wäsche waschen, Mitbringsel, Autowäsche, etc.). Die Gesamtkosten lagen unter unserer anfänglichen Grobkalkulation, worüber wir natürlich froh waren. Wer über die Anschaffung eines Wohnwagens / Wohnmobils nachdenkt, dem sollte bewusst sein, dass diese Art des Reisens entgegen vieler Erwartungen nicht viel günstiger ist, als beispielsweise Urlaub im Hotel oder in einer Ferienwohnung. Der Beweggrund zur Anschaffung eines Campers sollte auf gar keinen Fall sein, dass dann die Urlaube billiger werden, denn das ist nicht der Fall.

Mit Leon im Supermarkt. Regelmäßige Einkäufe gehören beim Camping dazu.

Die beiden Inseln würden wir jederzeit wieder bereisen. Korsika hat uns landschaftlich am besten gefallen. Die hohen Berge, rauschende Gebirgsflüsse, endlose Strände, türkisfarbenes Meer … man hat von allem etwas und das auf sehr kleinem Raum. Innerhalb von nur wenigen Stunden kann man mit dem Auto die Insel überqueren, die kurzen Strecken ermöglichen, dass man auch in kurzer Zeit viel von der Insel sehen kann. Sardinien hat uns auf jeden Fall mit deutlich mehr Wind verwöhnt, aber das haben wir auch so erwartet. Die Auswahl an Campingplätzen ist riesig, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Im Juli war es uns manchmal fast schon zu heiß und dann wird es tatsächlich auch recht voll. Beide Inseln sind perfekt zum Campen, es gibt so viele Campingplätze, dass man selbst in der Hauptsaison nicht zwingend einen Stellplatz reservieren muss und dadurch kann man flexibel bleiben und sich einfach treiben lassen. Auf Sardinien ist uns die Familienfreundlichkeit der Italiener besonders aufgefallen. Egal wo man mit Kind hinkommt, man ist immer gern gesehen, auch in Restaurants.

Traumhaft schönes Korsika.

Im Laufe unserer Reise haben wir ganz genau beobachtet, wie andere Familien campen. Da ist vom Kastenwagen, übers Dachzelt bis hin zum Wohnmobil alles dabei und manchmal waren wir richtig erstaunt, wenn morgens aus einem VW Bus eine mehrköpfige Familie heraus kletterte. Jede Art des Campens bringt Vor- und Nachteile mit sich. Auch der Wohnwagen hat Nachteile, zum Beispiel die vergleichsweise anstrengende Fahrt im 13-Meter-Gespann. Aber dagegen überwiegen für uns die vielen Vorteile, die unsere Entscheidung für einen Wohnwagen bestätigt haben. Gerade als Kitesurfer waren wir dankbar, mit unserem Auto unabhängig unterwegs sein zu können. Unser Wohnwagen war für uns das perfekte mobile Zuhause auf dieser Reise und schon jetzt freuen wir uns riesig auf das nächste große Campingabenteuer mit unserem Leon!

Campingglück als kleine Familie.

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