Unterwegs im Süden Sardiniens

Es ist der 20. Juni 2021, wir sind inzwischen schon fünf Wochen unterwegs und im Süden Sardiniens angelangt. Der Campingplatz Cala d’Ostia südlich von Sardiniens Hauptstadt Cagliari ist für uns nur eine Zwischenstation auf dem Weg Richtung Ostküste. Es ist Sonntag und es ist heiß. Wir verbringen den Nachmittag am unweit entfernten Strand „Is Figus“ im Örtchen Nora, der rappelvoll ist mit Italienern. In Italien sind inzwischen Sommerferien und das spürt man deutlich. Trotzdem suchen wir uns ein schönes Plätzchen und verbringen den Nachmittag mit Leon am Wasser.

Am Strand „Is Figus“ im Örtchen Nora, im Süden Sardiniens.

In der Nacht ist es extrem stürmisch, ich tue kaum ein Auge zu. Immer wieder flaut der Sturm ab, nur um kurz darauf mit noch stärkeren Böen zurück zu kommen. Irgendwann nach Mitternacht wecke ich Patrick und wir bauen unsere Markise ab. Im Dunkeln und bei Wind keine besonders schöne Aufgabe, aber wie sich später herausstellt, die absolut richtige Entscheidung. Wir legen uns wieder ins Bett, schlummern ein, bis uns der Sturm wieder weckt, der den ganzen Wohnwagen zum Wackeln bringt. Aufgrund der Hitze haben wir fast alle Fenster offen, im Wohnwagen ist es sonst kaum auszuhalten. Das Bugfenster wird von einer heftigen Windböe erfasst, nach oben weg gedrückt und abgerissen, mit einem lauten Krachen fliegt es davon und schlägt hinter unserem Wohnwagen auf, wo Patrick es kurze Zeit später einsammelt. Wir sind sprichwörtlich total durch den Wind. Schnell schließen wir alle anderen Fenster, bringen draußen die Möbel in Sicherheit und verkriechen uns im Wohnwagen. Die kaputte Scheibe konnten wir zum Glück wieder in den Rahmen klemmen, sodass das Fenster zumindest geschlossen ist. Leon ist bei dem Trubel auch aufgewacht, schläft kurze Zeit später aber zum Glück problemlos weiter.

Kaputte Bugscheibe am Wohnwagen.

Es dauert lange, bis wir wieder in den Schlaf finden, der Schreck steckt uns in den Gliedern und die Sorge, ob wir so überhaupt weiterfahren können, immerhin verbleiben uns noch 3,5 Wochen.

Am Morgen beratschlagen wir beim Frühstück, begutachten den Schaden, telefonieren mit dem ADAC und unserer Versicherung. Die Scheibe ist hin, das steht mal fest. Eine Reparatur ist erst Zuhause möglich. Zum Glück lässt sie sich mit Panzertape so fixieren, dass wir weiter fahren können. Ganz schön ärgerlich, aber leider nicht zu ändern und wir sind froh, dass es nur ein Materialschaden ist.

Gegen Mittag treibt es uns weiter, hier wollen wir nicht noch eine Nacht bleiben. Wir fahren knappe zwei Stunden bis in den Südosten Sardiniens, auf das Capo Carbonara. Hier steuern wir den Campingplatz „Villagio Camping Spiaggia del Riso“ an, der uns richtig gut gefällt. Wir finden einen schönen schattigen Stellplatz unter großen Pinienbäumen, die Anlage ist sauber und sehr gepflegt, mehrere Strände sind zu Fuß erreichbar.

Toller Stellplatz am „Villagio Camping Spiaggia del Riso“ auf dem Capo Carbonara im Südosten Sardiniens.

Hier kommen wir erstmal ganz in Ruhe an, verarbeiten immer noch den Schreck der letzten Nacht und entscheiden uns, drei Nächte hier zu bleiben. Noch am Nachmittag erkunden wir den Strand „Spiaggia di Campulongu“, das Wasser ist herrlich! Am Abend holt Patrick uns etwas zu Essen vom Campingplatz Restaurant und wir lassen den Tag ruhig ausklingen.

Leon hilft Papa dabei, die Wohnwagen Stützen auszufahren.

Am 22. Juni verbringen wir den Vormittag am Campingplatz und gegen Mittag brechen wir mit Leon in der Trage zu einer Wanderung auf. Die Lage vom Campingplatz ist super, denn von hier kann man bis aufs Capo Carbonara wandern. Weil es sehr heiß ist, machen wir heute aber nur eine kleinere Tour und landen am wunderschönen Strand „Spiaggia di Porto Giunco“, für uns einer der schönsten, die wir bisher auf Sardinien erkundet haben. Wunderschöne Kulisse, kristallklares Wasser, toller Strand, einfach wunderbar. So lässt es sich bei der Hitze gut aushalten und erst als Leon müde wird, machen wir uns wieder auf den Rückweg zum Campingplatz.

Wunderschöner „Spiaggia di Porto Giunco“ auf dem Capo Carbonara.

Am nächsten Tag starten wir direkt nach dem Frühstück, denn natürlich wollen wir bis ganz nach vorne aufs Capo Carbonara. Die Wanderung verläuft die ganze Zeit in der Sonne, die Aussicht vom Kap auf die vorgelagerte Insel „Isola dei Cavoli“ und zurück bis zum Strand „Spiaggia di Villasimius“ ist wunderschön. Zum Glück ist es ziemlich windig, sodass sich die Wärme gut aushalten lässt. Auf der Westseite vom Kap soll es eine kleine Badebucht geben, „Cala Burroni“. Natürlich finden wir sie und der Weg hat sich gelohnt. Mal wieder haben wir eine kleine Badebucht ganz für uns allein, genießen das Wasser und die Ruhe und sind dankbar für solche schönen Momente.

Tolle Badebucht „Cala Burroni“ mit Blick zur Insel „Isola dei Cavoli“

Am Abend bereiten wir in gewohnter Manier unsere Abreise vor, denn am nächsten Tag soll es weiter gehen an die Ostküste Sardiniens. Die Abreise verläuft problemlos, wir checken aus und machen uns auf die nur knapp einstündige Fahrt zum Campingplatz „4 Mori“ nördlich von der Costa Rei. Hier wollen wir uns heute mit Patricks Eltern Bernd und Trudi treffen, die beiden waren letzte Nacht mit ihrem Wohnmobil auf der Fähre nach Sardinien und freuen sich schon riesig auf das Zusammentreffen mit uns und ihrem Enkel Leon.

Der Campingplatz „4 Mori“ liegt direkt am Meer, am langen Strand „Spiaggia Giovanni“. Der Platz ist besonders familienfreundlich, es gibt sehr viele Angebote für Kinder und eine tolle Poolanlage mit Kleinkindbecken. Wir suchen zwei nebeneinander liegende, freie Stellplätze aus, bereiten schon mal das Mittagessen zu und warten auf die Ankunft von Trudi und Bernd.

Endlich vereint. Patricks Eltern Bernd und Trudi kommen zu uns nach Sardinien.

Die Freude ist riesig! Lange haben wir befürchtet, dass ein Zusammentreffen auf Sardinien aufgrund von Corona nicht klappen wir, aber nachdem Patricks Eltern nun beide vollständig geimpft sind, haben sie sich zum Glück doch noch auf den Weg gemacht. Ich glaube, die Sehnsucht nach Leon hat auch ihren Teil dazu beigetragen.

Leon mit seinem Opa Bernd.

Am Nachmittag tauschen wir uns natürlich erstmal über alles Erlebte ganz in Ruhe aus und Leon steht absolut im Mittelpunkt. Bernd und Trudi sind beeindruckt, wie sich der kleine Mann verändert hat und wir sind mächtig stolz, dass Leon das Campen so gut gefällt und er einfach bei allem mitmacht.

Unser kleines Sandmonster!

Am Abend gehen wir ins Campingplatz Restaurant und stoßen auf einen schönen, gemeinsamen Urlaub an. Die verbleibenden drei Wochen auf Sardinien werden wir gemeinsam verbringen und sind gespannt, was wir alles erleben werden.

Erstes gemeinsames Abendessen auf Sardinien, am Campingplatz „4 Mori“ an der Ostküste Sardiniens.

Am 25. Juni starten wir mit den Rädern Richtung Capo Ferrato, aber leider kommen wir nicht wirklich weit, weil die Straße wieder mal keine Seitenstreifen hat und wir mit den Rädern und dem Radlanhänger keinesfalls mitten auf der Straße fahren wollen. So enden wir am „Spiaggia di Christolu Axedu“, Baden im Meer und Spielen im Sand gehen doch immer und sind für Leon sowieso am aller schönsten.

Gemeinsame Radtour zum „Spiaggia di Christolu Axedu“.

Am Nachmittag erkunden wir die Pool Anlage vom Campingplatz und sind total angenehm überrascht. Die Anlage ist wirklich toll gestaltet, es gibt viele schattige Plätze direkt am Kleinkindbecken, welches mit einem ganz weichen, rutschfesten Bodenbelag gebaut worden ist, perfekt für kleine Wasserratten. Wir setzen Leon in seinen großen Schwimmring und die Wassertiefe im Pool ist genau richtig, sodass er mit den Füßen bis zum Boden reicht und sich dann von ganz allein durchs Becken manövrieren kann, es ist einfach herrlich anzusehen. Er beobachtet die vielen anderen Kinder, ist freundlich und aufgeschlossen wie immer und hat einen riesigen Spaß im Wasser.

Am tollen Kleinkindbecken in der Pool Anlage vom Campingplatz „4 Mori“.

Weil wir mit den Rädern nicht bis zum Capo Ferrato gekommen sind, machen wir uns am nächsten Tag nochmal mit dem Auto auf den Weg und fahren etwa 25 Minuten bis zum Kap. An der Küste entlang wandern wir bis zum Leuchtturm und erkunden dann noch eine versteckte kleine Badebucht mit großen Felsen und glasklarem Wasser.

Wanderung zum Capo Ferrato.

Unterwegs hat man immer wieder Ausblicke auf die berühmte Costa Rei mit ihrem schneeweißen Sand und dem türkisblauen Wasser. Weil Wochenende ist, sparen wir uns aber einen Ausflug zur Costa Rei, weil es dort vor italienischen Urlaubern nur so wimmeln wird. Dann genießen wir doch lieber eine ganz private, traumhafte Badebucht.

Tolle kleine Badebucht am Capo Ferrato.

Der Rückweg ist aufgrund der Hitze sehr anstrengend und wir sind froh, als wir zurück am Auto sind. Keine Ahnung, wie man es hier im August aushalten soll, uns ist schon der Juni fast zu heiß. Zum Glück sind wir schnell zurück am Campingplatz und verbringen den Nachmittag wieder am Pool, wo es sich im Schatten oder im Wasser richtig gut aushalten lässt. Und für Leon ist es einfach perfekt, er steuert freudestrahlend im Schwimmring durchs Becken und grinst jeden an wie ein Honigkuchenpferd, einfach nur goldig.

Badespaß mit Leon im Pool am Campingplatz „4 Mori“.

Am 27. Juni ist es recht windig und wir suchen unser ganzes Kite Material zusammen. Am Vormittag bleibt es beim Baden und Spielen am Strand, noch ist der Wind nicht stark genug. Nach dem Mittagessen übernehmen Bernd und Trudi unseren kleinen Leon, der friedlich im Kinderwagen schlummert. Patrick und ich machen uns nochmal auf den Weg zum Strand und kommen tatsächlich beide aufs Wasser. Der Wind reicht nur für unseren großen 14 qm Kite, trotzdem ist es toll, einen neuen Spot zu erkunden und nun auch mal an Sardiniens Ostküste zu kitesurfen.

Bei Leichtwind kiten wir mit unserem großen 14 qm Schirm am „Spiaggia San Giovanni“.

Wir wechseln uns einige Male ab, bis der Wind nachlässt. Als wir zurück zum Wohnwagen kommen, schläft Leon immer noch unter der Obhut von Oma und Opa, das hat super geklappt. Später gehen wir ein letztes Mal alle zusammen zum Pool, denn am Abend bereiten wir uns auf die Weiterreise am nächsten Tag vor.

Mit Leon im tollen Pool am Campingplatz „4 Mori“ an der Ostküste Sardiniens.

Am 28. Juni rollen wir mit Wohnwagen und Wohnmobil weiter Richtung Norden. Wir wollen ein gutes Stück Strecke machen und fahren knappe drei Stunden bis an den Golf von Orosei, eine etwa 30 Kilometer lange Meeresbucht an der Ostküste Sardiniens. Der Küstenbereich ist von Ausläufern des Bergmassivs Supramonte geprägt, dessen Hänge mehrere hundert Meter senkrecht zum Meer hin abfallen. Ursprünglich wollten wir einen Campingplatz am Meer ansteuern, haben uns aber kurzfristig für das kleine Agriturismo S’Ozzastru entschieden, was wir nur zufällig auf google maps gefunden haben. Die sehr guten Bewertungen und tollen Fotos haben uns überzeugt und wir sind gespannt, was uns hier alles erwartet.

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